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Die nVidia-Geschäftsergebnisse im vierten Quartal sowie Gesamtjahr 2024

nVidia hat seine Geschäftsergebnisse für das (sinngemäße) vierte Quartal 2024 vorgelegt, welches bei nVidia von November 2024 bis Januar 2025 lief und das Jahresabschlußquartal des Finanzjahres 2025 (korrekt) darstellt. In diesem Zeitraum hat die Rekord-Maschine nVidia das getan, was man namesgemäß von ihr erwarten kann – neue, deutliche Rekorde für das Quartal sowie das Gesamtjahr aufgestellt. So erzielte man im sinngemäßen vierten Quartal 2024 mit 39,3 Mrd. Dollar Quartalsumsatz immerhin +12% mehr als im Vorquartal sowie satte +78% mehr als im Vorjahreszeitraum. Beim nominellen Gewinn fielen diese Zahlen mit +14% bzw. +80% ähnlich stark aus, auch hier wieder ergebend einen neuen Gewinn-Rekord für nVidia. Zudem gab es erneut das in den Vorquartalen fast immer zu sehende Bild, dass der Unternehmsumsatz konstant um 4-5 Mrd. Dollar pro Quartal wächst, somit sich nicht expontionell, sondern eher linear steigert.

Q4/2023 Q1/2024 Q2/2024 Q3/2024 Q4/2024
Umsatz 22'103 Mio. $ 26'044 Mio. $ 30'040 Mio. $ 35'082 Mio. $ 39'331 Mio. $
(nomineller) Gewinn 12'285 Mio. $ 14'881 Mio. $ 16'599 Mio. $ 19'309 Mio. $ 22'091 Mio. $
Bruttomarge 76,0% 78,4% 75,1% 74,6% 73,0%
operativer non-GAAP-Gewinn 14'749 Mio. $ 18'059 Mio. $ 19'937 Mio. $ 23'276 Mio. $ 25'516 Mio. $

Die Grundlage hierfür ist, dass alles an der Fertigungsmenge von HPC/KI-Beschleunigern hängt, deren Produktionsausweitung ebenfalls eher in absoluten Zahlen stattfindet sowie üblicherweise schwer erkämpft werden muß. Aber noch kann nVidia alles das absetzen, was die Fertigung Quartal für Quartal mehr ausstößt – auch wenn es wohl keine quartalslangen Wartezeiten auf nVidia-Lieferungen mehr geben soll. Als aktueller Vorteil spielt hier sicherlich mit hinein, dass "HPC/AI-Blackwell" erst jetzt so richtig geschäftswirksam wird, obwohl bereits im Frühjahr 2024 angekündigt. Und somit ist auch die DataCenter-Sparte mit den HPC/KI-Beschleunigern jene der nVidia-Einzelsparten, welche maßgeblich für diese Umsatzsteigerung des Gesamtunternehmens verantwortlich ist – und gleichzeitig inzwischen bei einem Anteil von 90,5% vom Gesamtumsatz steht.

Hierfür ist auch ein klar zurückgehendes Geschäft in nVidias Gaming-Sparte mit den GeForce-Grafikkarten verantwortlich, welches immerhin –22% zum Vorquartal sowie –11% zum Vorjahreszeitraum verlor. nVidia führte dies nicht genauer aus, sondern erwähnte hierzu nur den Launch von GeForce RTX 5080 & 5090, welcher allerdings mit dem 30. Januar um vier Tage nach dem Ende des Geschäftsquartals (26. Januar 2025) stattfand. Aber vermutlich sieht man hier einfach die Lücke zwischen dem zurückgehenden Angebot von RTX40-Grafikkarten und dem noch nicht wirklich breit verfügbaren Angebot an RTX50-Grafikkarten. nVidias Geschäftszahlen beinhalten natürlich keine Absätze am Endkunden-Markt (bei den Einzelhändlern), sondern gegenüber nVidias eigenen Geschäftspartern, in diesem Fall den Grafikkarten-Herstellern. Jene werden zudem rechtzeitig vor einem Launch beliefert – aber wenn die Liefermengen so mager ausfallen wie derzeit zu sehen, dann schlägt dies eben auch auf nVidias Geschäftszahlen ein, wenngleich nur mit einem Effekt von bestenfalls 2% auf den gesamten Quartalsumsatz.

Umsätze Q4/2023 Q1/2024 Q2/2024 Q3/2024 Q4/2024
Gaming  (GeForce & Switch) 2865 Mio. $ 2647 Mio. $ 2880 Mio. $ 3279 Mio. $ 2544 Mio. $
Data Center  (HPC/KI) 18'404 Mio. $ 22'563 Mio. $ 26'272 Mio. $ 30'771 Mio. $ 35'580 Mio. $
Professional Visualization  (ex-Quadro) 463 Mio. $ 427 Mio. $ 454 Mio. $ 486 Mio. $ 511 Mio. $
Auto  (Tegra) 281 Mio. $ 329 Mio. $ 346 Mio. $ 449 Mio. $ 570 Mio. $
OEM & Other 90 Mio. $ 78 Mio. $ 88 Mio. $ 97 Mio. $ 126 Mio. $

Anders formuliert läuft geschäftlich alles hervorragend bei nVidia, der verbockte Launch von "Gaming-Blackwell" ist da nicht einmal eine Randnotiz wert. Für das laufende erste Quartal (bei nVidia von Februar bis April laufend und das erste Quartal des Finanzjahres 2026 darstellend) erwartet nVidia einen Unternehmensumsatz von 43,0 Mrd. Dollar (±2%), ergo wieder 4 Mrd. mehr als im abgelaufenen Quartal. Dass ein erstes Jahresquartal üblicherweise schwächer als ein Jahresschlußquartal läuft, muß nVidia nicht kümmern, denn nach wie vor ist der Bedarf an HPC/KI-Hardware hoch und wie gesagt laufen derzeit erst die großen Auslieferungen an Blackwell-basierten KI-Beschleunigern los. Kann nVidia diese Prognose halbwegs realisieren, steht dann schon der Grundstein für nächsten Rekordmarken im Kalenderjahr 2025.

Und jene hat nVidia für das Kalenderjahr 2024 wieder einmal eindrucksvoll aufgestellt. Mit 130,5 Mrd. Jahresumsatz übertrifft man den Wert des vorherigen Jahres um satte +114% (lies: das 2,14fache), der Gewinn sieht es mit +145% (das 2,45fache) sogar nochmals besser. Jene 130 Mrd. Dollar sind dann auch (weit) mehr, als was Intel jemals in einem Jahr an Umsatz aufgestellt hat, selbst zu Intels Glanzzeiten. Im genauen liegt nunmehr nVidias Umsatz noch (deutlich) vor dem Umsatz der beiden anderen großen PC-Chip-Entwickler AMD & Intel kumuliert – eine Ehre, die vorher jahrzehntelang Intel für sich in Anspruch nehmen konnte. Und wenn nVidia so weitermacht wie zuletzt, geht es sogar in diese Richtung, dass nVidia eines Tages doppelt so große Umsätze einfährt wie AMD und Intel zusammengenommen.