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News des 31. März 2025

Intels neuer CEO Lip-Bu Tan hat die Eröffnungs-Rede zur "Intel Vision 2025" (anzuschauen auf YouTube) dazu benutzt, sich selber vorzustellen sowie seinen Ansatz zu einer besseren Zukunft für Intel kundzutun. Dazu gehörten auch ehrliche Worte darüber, was bislang schiefgelaufen ist, verbunden mit der Bitte um Feedback seitens der Kunden, damit er daraus lernen kann. Einzurechnen hierbei ist der Punkt, dass Intel mit "Kunden" primär die PC-, Notebook- und Server-Hersteller sowie größere Software-Firmen meint – welche dann auch als geladene Gäste im Saal saßen. Was für die Endkunden hierbei abfällt, geht dann also durch den Filter dieser Hersteller, muß nicht zwingend wirklich zugunsten der Endkunden sein (der "AI-PC" darf sich hier angesprochen fühlen). Nichtsdestotrotz sind es mutige Worte eines neuen CEOs, welcher ein Unternehmen in einer schwierigen Phase übernimmt, die man sich vor wenigen Jahren allerhöchstens bei der kleineren Konkurrenz (AMD) hätte vorstellen können.

It is very clear from the early conversation we have a lot of hard work ahead. There are areas we have fallen short of your expectation. I will pull together strong teams to correct the past mistakes and starting to earn your trust. My motto is very simple – under promise and over deliver.
 
Under my leadership, Intel will be an engineering focus company. One of my top priorities is to retain and top talent engineering that will empower innovation and grow. I believe Intel has lost some of this talents over the years. I want to create a culture of innovation empowerment. Our ambition is create the best products and become the best foundry over the years and it will require us to unleash the power of our engineers.

Quelle:  Intels CEO Lip-Bu Tan bei der Opening Keynote zu "Intels Vision 2025" am 31. März 2024 (anzuschauen auf YouTube)

Durchaus bemerkenswert ist dabei, dass die Problemlösung von "LBT" sehr wohl dem Ansatz seines Vorgängers ähnelt, indem Intel wieder eine Ingeniers-getriebene Firma werden und gleichfalls Intels eigene Chipfertigung mitnichten abgegeben, sondern wieder zur Weltklasse geführt werden soll. Und wie schon bei Pat Gelsinger gilt: Übers Knie zu brechen ist das ganze nicht, es wird Jahre dauern, ehe das Wirken des neuen CEOs auch im Produktbereich bei den kaufbaren Endprodukten sichtbar sein wird. Beispielsweise dürfte die kommende NextGen-Architektur "Nova Lake" eher noch der Arbeit von Pat Gelsinger zuzuschreiben sein, im kurz- und mittelfristigen Rahmen kann der neue CEO nur etwas am Auftreten von Intel bezüglich Produkt-Präsentation, Preislagen und Marketing ändern. Für Strategie- und Roadmap-Entscheidungen war der neue CEO zudem wohl noch zu kurz im Amt, hierzu wurde nichts gesagt bzw. dürften sich eventuelle Änderungen wohl erst im weiteren Jahresverlauf ergeben.

Notebookcheck berichten über einen erheblichen Performance-Unterschied zwischen GeForce RTX 5090 Laptop & Desktop – jener kann durchaus 50% und leicht mehr betragen, sprich die Desktop-Lösung ist dann doppelt so schnell wie die Mobile-Lösung. Dies erklärt sich natürlich beim Blick auf die zugrundeliegende Technik, wo die GeForce RTX 5090 Laptop nur den GB203-Chip benutzt und zugleich auch innerhalb dieser nVidia-Generation der Technik-Unterschied zwischen erst- und zweitbestem nVidia-Chip ungewöhnlich groß ausfällt. Allerdings wird diese Differenz dann auch nach unten ins weitere Portfolio durchgereicht, eine ähnliche Hardware-Ausstattung verwenden gleichnamige Mobile- und Desktop-Lösungen bei nVidias RTX50-Portfolio nirgendwo mehr. Hinzukommend des Effekts der klar niedrigeren Powerlimits im Mobile-Bereich muß man hier durchgehend starke Performance-Nachteile gegenüber den Desktop-Lösungen verkraften bzw. müssen sich die Mobile-Lösungen klar niedriger als die Desktop-Lösungen einordnen lassen.

RTX50 Laptop Technik RTX50 Desktop
GB202, 170 SM @ 512-bit, 575W GeForce RTX 5090
GB203, 84 SM @ 256-bit, 360W GeForce RTX 5080
GB203, 70 SM @ 256-bit, 300W GeForce RTX 5070 Ti
GeForce RTX 5090 Laptop GB203, 82 SM @ 256-bit, ≤175W
GB205, 48 SM @ 192-bit, 250W GeForce RTX 5070
GeForce RTX 5080 Laptop GB203, 60 SM @ 256-bit, ≤175W
GB206, 36 SM @ 128-bit, 180W GeForce RTX 5060 Ti
GeForce RTX 5070 Ti Laptop GB205, 46 SM @ 192-bit, ≤140W
GB206, 30 SM @ 128-bit, 150W GeForce RTX 5060
GeForce RTX 5070 Laptop GB206, 36 SM @ 128-bit, ≤115W
nur sehr grobe und durchaus auch fehlbare Einordnung der Performance von RTX50 Mobile- und Desktop-Beschleunigern

Laut VideoCardz gibt es das offizielle Siegel des "Copilot+ PCs" nunmehr auch für AMD- und Intel-basierte Geräte, nachdem augenscheinlich eine Exklusiv-Periode zugunsten von Qualcomm abgelaufen ist. Die Hersteller hatten zwar teilweise bereits mit dieser Funktionalität bei entsprechenden Geräten mit Intels Core Ultra 200V (Lunar Lake) sowie AMDs Ryzen AI (Kraken Point, Strix Point & Strix Halo) geworben, aber augenscheinlich erst nach Ende dieser Exklusiv-Periode aktiviert Microsoft tatsächlich die entsprechenden Features. Hierzu zählen bislang nur die eigentlich als Nebenfeatures des "AI-PCs" gedachten Live Captions, Co-Creator in Paint sowie Restyle Image & Image Creator in Photos, weiterhin nicht das vorerst zurückgezogene Hauptfeature "Recall". Dafür, dass der AI-PC wie als "Rettung der IT-Industrie" angepriesen wurde, ist fast ein Jahr nach dessen Verkündung erstaunlich wenig passiert – fast könnte man zum Eindruck gelangen, dass die meisten Nutzer auch ohne "AI-PC" auskommen.

Vor allem aber hat sich die Welt seitdem in dieser Frage entscheidend weitergedreht, wer wirklich Interesse an lokal ausgeführten AI-Funktionalitäten hat, kann über die vom AI-PC vorgeschriebene Hardware (NPU ab 40 TOPs) nur müde lächeln, gehen die Rechenleistungs- und vor allem Speicheranforderungen von lokaler AI-Software zumeist in gänzlich andere Sphären. Microsoft und die PC-Hersteller dachten hierbei wohl, billig auf einen bereits fahrenden Hype aufspringen zu können – und sehen nun aber in der Praxis, dass auch ohne in Masse verkaufter AI-PCs das Computer-Geschäft dennoch weiter läuft. Dabei dürften zudem 80-90% aller verkauften AI-PCs niemals in diese Richtung hin genutzt werden, die Verkaufszahlen täuschen also gewaltig über die tatsächliche Nutzung dieser Features. Auch dies ist ein Punkt, wo Intels neuer CEO durchaus mal genauer in die Zahlen schauen sollte – gemäß seiner Aussage, auf die Kunden und deren Anforderungen hören zu wollen.

Shortcuts: Die PC Games Hardware hat eine offizielle Stellungnahme von Alternate vorliegen, wonach der kürzlich berichtete Verkauf einer GeForce RTX 5090 mit nur 168 ROPs schlicht ein Fehler war, sowohl generell als auch bezüglich des dabei aufgerufenen Preispunkts (nicht niedriger als die reguläre Variante). Die Karte hätte seitens Alternate gar nicht als B-Ware angeboten werden dürfen und anzunehmenderweise direkt zum Grafikkarteb-Hersteller zurückgehen müssen. Notebookcheck brechen hingegen eine Lanze zugunsten einer Wahlmöglichkeit zwischen Qualcomm- und Intel-Prozessoren bei Microsofts neuen Surface-Laptops. Technisch liegen beide Varianten sogar vor, allerdings gibt es die Intel-Prozessoren nur in der Pro-Ausführung für Business-Kunden mit demzufolge (klar) erhöhtem Preispunkt. Dies müsste nun nicht sein bzw. ist es schlechter Stil seitens Microsoft, die Endkunden hierbei nicht selber entscheiden lassen zu wollen.