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News des 2. April 2025

Die neue Steam Hardware-Statistik für den März 2025 räumt mit der schweren statistischen Verfälschung für den vorherigen Monat 'Februar' auf, ohne allerdings die Februar-Zahlen direkt zu korrigieren. Aber auch so wird nun offensichtlich, dass im Februar augenscheinlich ziemlicher Unsinn gezählt wurde, wie wenn die kaum noch verkaufte GeForce RTX 3060 Ti plötzlich um fast einen Prozentpunkt nach oben gegangen sein, damit ihre Nutzerschaft um knapp ein Viertel gesteigt haben soll. Nur um dies in einen Kontext zu setzen: Rechnet man Steam nur mit einer Milliarde Nutzern (erreicht bereits 2019), so stehen 1% in der Steam Hardware-Statistik bereits für 10 Million Systeme. Es werden allerdings im Quartal grob nur 15-20 Millionen diskrete Grafikchips ausgeliefert (die mobilen dGPU sind in aller Regel eine ähnliche Menge wie die Desktop dGPU) – und jene verteilen sich natürlich zwischen den angebotenen Grafiklösungen bzw. gehen dann nicht alle zugunsten eines einzelnen Altmodells.

Steam Hardware Survey Nov '24 Dez '24 Jan '25 Feb '25 Mar '25
GeForce RTX 3060 5,03% 5,01% 5,20% 6,87% 5,10%
GeForce RTX 4060 3,83% 4,04% 4,60% 8,57% 4,77%
GeForce RTX 4060 Laptop 4,92% 4,19% 4,61% 3,70% 4,48%
GeForce RTX 3060 Ti 3,19% 3,07% 3,15% 3,94% 3,05%
DirectX 12 GPUs 93,23% 92,71% 93,17% 94,85% 92,01%
Quelle: Steam Hardware Survey (Februar-Werte als klarer statistischer Aussetzer rot markiert)

Deswegen gibt Steam ja auch immer zwei Kommastellen an, weil 0,01% eben auch schon auf 100'000 Systeme hinauslaufen und auch dies erst einmal errungen werden muß. Die März-Zahlen sehen dann pro forma in Ordnung aus, zumindest gibt es keine ganz aus dem Rahmen fallenden Werte. Dennoch darf in Frage gestellt werden, ob die Steam-Statistik selbst in diesem Monaten, wo es keine offensichtlichen Aussetzer gibt, wirklich derart solide ist, dass man deren Zahlen miteinander vergleichen und somit Trends ablesen könnte. Denn dass eine GeForce RTX 3060 im Januar 2025 noch einmal um 0,19% zulegt, ist auch nicht unbedingt wahrscheinlich, die Karte sollte eigentlich bestenfalls gleiche und inzwischen eher zurückgehende Nutzerzahlen haben. Auch die Differenz von 4,92% zu 4,19% bei der GeForce RTX 4060 Laptop innerhalb nur eines Monats (November zu Dezember 2024) hat wohl keine natürlichen Ursachen, so schnell kann sich die installierte Basis gar nicht verändern (dies wären gemäß vorstehend genannter Grundlage immerhin 7,3 Millionen Systeme).

In der Summe läßt sich sagen, dass man die Steam-Statistik eigentlich nur mit der Kneifzange anfassen kann – und zwar selbst dann, wenn man über die ganz offensichtlichen Aussetzer hinwegsieht. Aber auch in der zuerst "normal" wirkenden Statistik finden sich zu viele Luftlöcher, die angesichts der zusammenkommenden Datenmenge und des weltumfassenden Ansatzes von Steam nicht derart sein dürften. Wenn man mit der Steam-Statistik irgendwie arbeiten will, kann man wohl nur möglichst viele Daten (von mehreren Monaten) zusammenfassen und somit so etwas wie einen fliessenden Durchschnitt formen. Letzterer dürfte halbwegs sinnvolle Zahlen ergeben, mit allerdings immer dem Risiko, dass einzelne Werte dennoch nicht passen wollen. Was insgesamt schade ist, denn ein paar professionelle Statistiker könnten aus dem Steam Hardware Survey sicherlich viel mehr herausholen, nach ein wenig Glättung und Statistiker-Magie könnten da durchaus direkt verwertbare Zahlenreihen herauskommen.

Nintendo hat den Nachfolger der Switch-Konsole nun endlich offiziell vorgestellt: Die "Switch 2" kommt am 5. Juni für 470 Euro in die Läden. Erstaunlicherweise hat sich Nintendo gemäß der Berichterstattung von ComputerBase, Heise und WinFuture erneut um eine exakte Angabe zur verbauten Computing-Hardware herumgemogelt, nur zu den äußeren Werten wie auch zum Bildschirm (FullHD, 120Hz, kein OLED) gibt es genauere Informationen. Sicherlich zählt bei Nintendo immer zuerst das (üblicherweise runde) Gesamtpaket, aber dennoch würde man angesichts des stolzen Preises für einen Gaming-Handheld dann doch gern erfahren, was für konkrete Hardware verbaut ist und vor allem wie Nintendo die 4K-Ausgabe auf TV-Bildschirmen realisiert (aller Vermutung nach schlicht mittels DLSS). Auch die Spiele-Preise von bis zu 90 Euro deuten durchaus darauf hin, dass Nintendo hier primär nochmals vom hohen Ansehen der originalen Switch zu profitieren versucht, allerdings nun eben mit deutlich hoch gesetztem Preispunkt.

Anläßlich der gestrigen Berichterstattung zur allerersten ATI Radeon gab es auch den Hinweis auf vergleichsweise "neue" Benchmarks dieser Beschleuniger des Jahres 2000 – seitens der PC Games Hardware in einem 3dfx-Spezial. Jene sind mit so viel Zeit und so vielen Systemen dazwischen nicht mehr so einfach anzustellen, müssen zudem auch nicht dem entsprechen, was seinerzeit ausgemessen wurde – auf anderen, zumeist klar schwächeren CPUs und natürlich bei weitem unausgreiften Treiber-Versionen. Die hingegen aus dem Jahr 2017 stammenden Retro-Benchmarks zeigen hingegen bereits auf eine klare nVidia-Performanceführerschaft hin, selbst die GeForce 2 GTS war noch schneller als die originale Radeon. Der Grund für nVidia, noch eine GeForce 2 Ultra aufzulegen, dürfte wohl eher in der auch angebotenen 64-MB-Ausführung der Radeon liegen als denn in den reinen Performance-Werten – und natürlich auch dem Bestreben, wieder die absolut klare Performanceführerschaft zu demonstrieren.

Release 1024x768 @ 32 Bit
nVidia GeForce 2 Ultra (64MB) August 2000 130%
nVidia GeForce 2 GTS (32MB) April 2000 100%
ATi Radeon 32MB DDR Juli 2000 88%
3dfx Voodoo 5-5500 (64MB) Oktober 2000 88%
nVidia GeForce 2 MX (32MB) Juni 2000 62%
3dfx Voodoo 5-4500 (32MB) Oktober 2000 50%
gemäß der Benchmarks der PC Games Hardware unter 7 Spiele-Titeln der Jahrgänge 1999-2001

Seinerzeit konnte man sich das auch noch leisten, selbst innerhalb derselben Generation mittels Refresh-Lösung die Performance weiter nach oben zu verschieben – im sicheren Wissen, dass die nachfolgende Generation (in diesem Fall die "GeForce 3") sowohl bezüglich Performance als auch neuer Grafik-Features ausreichend weit weg sein würde, um die dann alte Generation dennoch zu deklassieren. Heuer nun spart sich nVidia gern die Refresh-Generationen ein, da man sich sicher an der Performance-Spitze sieht und die nachfolgende Generation auch eben nicht so viel an Mehrperformance mitbringt, um sich weiterhin deutlich abzusetzen. So war dies zumindest zwischen GeForce RTX 40 & 50 der Fall – zwischen GeForce RTX 50 & 60 könnte es hingegen wieder anders laufen. Bei der GeForce RTX 60 Serie könnte nVidia nach dem auffälligen Luftholen mit der GeForce RTX 50 Serie denkbarerweise wieder zu einem großen Technik-Sprung ansetzen – was die Möglichkeit zu einem Refresh selbst der GeForce RTX 5090 zumindest offenläßt.

Sicher ist in dieser Frage allerdings noch gar nichts, nicht einmal der gern vermutete GeForce RTX 50 Refresh unterhalb der GeForce RTX 5090 ist wirklich gesichert. nVidia wird sich hierzu primär die Verkaufszahlen ansehen, sofern der Markt wieder in halbwegs ruhigen Fahrgewässern bezüglich Lieferbarkeit und Preislage gelangt ist. Davon ausgehend könnte dann ein GeForce RTX 50 Refresh antreten – oder auch nicht, die Entscheidung hierzu ist anzunehmenderweise noch einige Monate entfernt. Als Themen für einen potentiellen GeForce RTX 50 Refresh hat nVidia zum einen mehr Performance – was aber oftmals einen höheren Materialeinsatz durch die Benutzung größerer Chips erfordert. Und zum anderen hat man die Möglichkeit zu mehr Speicher mittels der 24-GBit-Speicherchips von GDDR7, was man gerade bei der initialen GeForce RTX 50 Serie sehr augenscheinlich als Option liegengelassen hat. Nichtsdestotrotz bleibt dies alles in der Schwebe, auch die Gerüchteküche hat bislang zum potentiellen GeForce RTX 50 Refresh noch nichts zu vermelden.