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News des 1. April 2025

Die YouTuber von Hardware Unboxed liefern in Form eines (halben) April-Scherzes weitere Munition zur Diskussion, wie sinnvoll 4K-Benchmarks von PC-Prozessoren wirklich sind. Deren Benchmark-Resultate sind natürlich primär als (klare) Bestätigung dessen gedacht, dass man dieserart Prozessoren besser nicht unter jener Auflösung austesten sollte – weil sich selbst zwischen Ryzen 7 5800X3D zu 9800X3D faktisch nichts bewegt, nicht einmal bei den 1% low fps. Andererseits konnten andere Tester durchaus schon leicht anderes aufzeigen, sprich Prozessoren-seitig wenigstens gewisse Performance-Differenzen selbst unter der 4K-Auflösung – so zu sehen gewesen im Ryzen 9 9950X3D Review der Hardware Canucks @ YouTube. Ganz große Unterschiede gibt es dort natürlich auch nicht bzw. fehlen dort zur Bestätigung vor allem die kleineren AMD-Modelle als Gegentest, dass es auch wirklich an der unterschiedlichen CPU-Leistung hängt.

HUB: 4K 1% low fps HUB: 4K avg fps HWCan: 4K 1% low fps HWCan: 4K avg fps
Ryzen 7 9800X3D 51 fps 68 fps 137,5 fps 182,5 fps
Ryzen 7 7800X3D 51 fps 68 fps 124,9 fps 175,2 fps
Ryzen 5 7600X 50 fps 66 fps - -
Ryzen 7 5800X3D 50 fps 66 fps - -
Core Ultra 9 285K 50 fps 67 fps 97,7 fps 158,4 fps
Core i9-14900K 51 fps 68 fps 108,3 fps 167,1 fps
Core i9-12900K 51 fps 67 fps - -
Quellen: Hardware Unboxed @ YouTube & Hardware Canucks @ YouTube

Im generellen ist diese Frage aber noch nicht wirklich entschieden: Sicherlich wird gern unter kleineren Auflösungen getestet, weil nur dort eine sichere CPU-Skalierung und ein geringstmöglicher GPU-Einfluß vorhanden ist (genauso wie man Grafikkarten-Tests gern mit dem größtmöglichen Prozessor durchführt, um den CPU-Einfluß zu minimieren). Aber dies beantwortet nicht die Frage, was der 4K-Gamer von seiner Super-CPU unter seiner Zielauflösung hat bzw. ob sich jene dort wirklich besser macht als beispielsweise ein schnöder Ryzen 7 7700X (oder Core i5-14600K). Für Semi-Workstation-Nutzer erübrigt sich jene Frage natürlich automatisch, weil wer neben dem Spielchen noch Arbeit laufen läßt, kommt mit den schnelleren Prozessoren immer besser. Aber für reine Gaming-Systeme ist diese Frage immer noch nicht beantwortet bzw. gibt es eher vielfältige theoretische Überlegungen – fehlend ist aber weiterhin der praktische Beweis des realen Vorteils der schnelleren Prozessoren unter auch der 4K-Auflösung.

Nur unter DLSS-Nutzung wird die Sache eindeutig bzw. ergibt sich wegen der dort verwendeten geringeren Render-Auflösung ziemlich automatisch ein Vorteil für schnellere Prozessoren. Aber ganz ohne DLSS ist es nicht so einfach, die schnelleren Prozessoren unter der 4K-Auflösung wirklich als "besser" zu titulieren. Dies sollte die Hardware-Tester natürlich nicht davon abhalten, unter Bedingungen zu testen, welche die Performance-Unterschiede herausstreichen können. Besser wäre es allerdings, bei Spiele-Tests von Prozessoren mehr an Auflösungs-unabhängige Testszenarien zu denken, beispielsweise Runden-Berechnungszeiten in Strategietiteln oder auch Spiel-Szenarien mit besonders viel an Einheiten auf dem Monitor, welche üblicherweise auch unter höheren Auflösungen zu einem CPU-Limit tendieren. Das Thema der Spiele-Benchmarks von PC-Prozessoren ist nach wie vor ausbaufähig, die meisten hierfür verwendeten Benchmark-Ansätze stammen aus dem Grafikkarten-Bereich und sind damit für diese Aufgabenstellung eher nur suboptimal.

U.a. VideoCardz weisen auf Intel-Ausführungen im Rahmen des "Intel Vision 2025" Events hin, wonach (ganz Intel-offiziell) "Panther Lake" erst 2026 antreten soll. Die hierzu zu sehenden Präsentationsfolien mögen eigentlich eindeutig sein, sind aber wahrscheinlich eher schematisch gedacht und zeigen somit nicht den eigentlichen Starttermin der neuen Architekturen & Generationen an – sondern geben vielmehr an, in welchem Jahr die neuen Intel-Produkte primär geschäftswirksam sind. Gut ist dies an der vorherigen Folie zu ermessen, welche die im Jahr 2024 vorgestellten und auch in den Markt gebrachten Prozessor-Serien Core Ultra 200S (Arrow Lake für Desktop) und Core Ultra 200V (Lunar Lake) eben erst dem Jahr 2025 zuordnet. Natürlich könnte "Panther Lake" dennoch erst kurz vor Jahresschluß erscheinen und dann real erst im Jahr 2026 im Markt auftauchen, aber die gezeigte Intel-Folie würde (wegen der vorstehend ausgeführten Konzeption) einen Marktstart auch noch im Jahr 2025 zumindest nicht ausschließen.

Die ComputerBase ruft "25 Jahre Radeon" aus, da ATi die allererste Radeon-Grafikkarte wohl mal zum 1. April 2000 angekündigt hatte. So richtige Belege für dieses Datum bzw. was da konkret passiert ist, haben sich leider nicht finden lassen. Allerdings war das eigentliche Startdatum sowieso der 17. Juli 2000, zu welchem Tag die Karten "Radeon 32MB DDR" und "Radeon 64MB DDR" gelauncht wurden. Seinerzeit wurde auch schon eine (später nachfolgende) schwächere "Radeon 32MB SDR" in Aussicht gestellt, im nachfolgenden Jahr benannte ATi diese Produkt-Serie dann in "Radeon 7000" um, zugunsten einer besseren Unterscheidung zu den nachfolgenden Produktserien Radeon 8000 & 9000. Gemäß der seinerzeitigen 3DCenter-News war die Radeon DDR ziemlich potent unterwegs, konnte sich gerade unter höheren Auflösungen erfolgreich selbst mit einer GeForce 2 anlegen (was nVidia nachfolgend zum Anlaß nahm, eine hochgezüchtete GeForce 2 Ultra aufzulegen).

ATi war seinerzeit ein sehr gewichtiger OEM-Hersteller und eigentlich in 2D-Grafikkarten für Komplett-PCs und Notebooks verwurzelt, da es damals kaum integrierte Grafiklösungen gab. Zwar gab es von ATi mit der Rage-128-Serie ein erstes Achtungszeichen zugunsten von 3D-Grafikkarten, aber ATi wurde wegen der vielen vorherigen "3D-Bremser-Chips" eher als schwerfälliger Branchenoldtimer wahrgenommen – eine Charakterisierung, welche ATi mit der Radeon-Serie aufzubrechen versuchte. Insgesamt ist dies wohl auch gut gelungen, zum Teil natürlich auch begünstigt durch den schnellen Wegfall der anderen Kontrahenten außer nVidia und damit dem faktischen Zwang des Marktes, die ATi/AMD-Angebote zu goutieren, um nicht gleich alles direkt nVidia vor die Füße zu legen. Interessant nebenbei ein 3DC-Artikel aus jener Zeit, welcher mit der Titulierung "Was getan werden muss, um wieder mit nVidia Schritt zu halten" gleich das grundsätzliche Thema der nächsten 25 Jahre im Grafikkarten-Markt vorweggenommen hat.

Shortcuts: YouTuber High Yield hat sich intensiv mit AMDs Navi 48 Grafikchip auseinandergesetzt. Eine abschließende Klärung, wieso AMD gegenüber nVidia auf nominell derselben Fertigung so viel mehr Transistoren auf ähnlicher Chipfläche unterbringt (53,9 Mrd. Transistoren auf 356mm² bei Navi 48 gegenüber 45,6 Mrd. Transistoren auf 378mm² bei GB203), konnte aber dennoch nicht geliefert werden. WinFuture thematisieren die weltweiten Nutzerzahlen von Windows 10 & 11, wonach sich das neuere Microsoft-Betriebssystem zuletzt gut an die Nutzerzahlen des nächstälteren herangearbeitet hat. Augenscheinlich stellen inzwischen dann doch so einige Anwender auf Windows 11 um, sei es durch eine schlichte Neuinstallation oder einen PC-Neukauf. Hier kann in den nächsten Monaten durchaus noch einiges passieren – und dennoch bleibt es unwahrscheinlich, dass Windows 10 so schnell in die Bedeutungslosigkeit geschickt wird, zum Supportende in diesem Oktober dürfte Windows 10 sicherlich noch bei 35-40% weltweiter Nutzeranteil stehen.