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News des 10. Juli 2024

Von BenchLeaks kommt nun auch noch ein Geekbench-Wert zum Ryzen 9 9950X, womit für alle vier initialen Zen5-Prozessoren entsprechende Werte vorliegen. Der Geekbench-Wert zum Ryzen 9 9950X fällt allerdings gegenüber dem bisherigen Wert zum Ryzen 9 9900X vergleichsweise schwach aus, mit einer sogar zurückliegenden Singlethread-Performance. Denkbarerweise war der Wert zum Ryzen 9 9900X aber wohl etwas zu gut, denn wenn man sich die inzwischen Handvoll an Geekbench-Resultaten zu diesem 12-Kerner ansieht, war dies das mit Abstand beste Ergebnis bzw. gibt es klar schlechtere Resultate. Demzufolge wurde nachfolgend ein anderes Resultat zum Ryzen 9 9900X ausgewählt als hoffentlich bessere Repräsentation des derzeitigen Performance-Stands dieser Prozessoren. Dabei bleibt die Singlethread-Performance weiterhin oben, beide Ryzen 9 legen in dieser Disziplin jeweils +14% auf ihre Zen4-Vorgänger drauf.

Hardware GB6/ST GB6/MT Quelle
Ryzen 9 9950X Zen 5, 16C/32T 3359 20'550 BenchLeaks
Ryzen 9 9900X Zen 5, 12C/24T 3336 19'605 Geekbench-Datenbank
Core i9-14900K RPL, 8P+16E/32T 3089 20'880 Geekbench-Durchschnitt
Ryzen 9 7950X Zen 4, 16C/32T 2941 19'279 Geekbench-Durchschnitt

Beim Multithread-Wert sieht es allerdings eher mau aus, hier schlägt der Ryzen 9 9950X nicht einmal den Core i9-14900K bzw. sind auch die Performance-Zuwächse gegenüber den eigenen Vorgängern eher schlecht. Denkbarerweise zeigt sich hier dennoch der (gewisse) Nachteil der abgesenkten TDP – auf deren Haben-Seite natürlich eine deutlich bessere Energieeffizienz steht, wenn (etwas) Mehrperformance zu (klar) niedrigerem Betriebspunkt geboten wird. Möglicherweise mag dies für AMD vollkommen ausreichend sein, denn heutzutage schaut der interessierte Konsument auf Singlethread- und Spiele-Performance, geht hingegen in aller Regel davon aus, über sowieso genügend Multithread-Performance zu verfügen. Zudem darf AMD sehr wohl damit rechnen, dass Intel mit dem um einige Monate späteren Arrow-Lake-Projekt AMD sowieso bei der Multithread-Performance schlagen kann, notfalls dann einfach über die Brechstange eines (viel) höheren Powerlimits.

TDP GB6/ST GB6/MT CB23/MT
Ryzen 9 7950XRyzen 9 9950X 170W → 170W +14,2% +6,6%
Ryzen 9 7900XRyzen 9 9900X 170W → 120W +14,1% +9,8% +12,9%
Ryzen 7 7700XRyzen 7 9700X 105W → 65W +13,7% +7,6%
Ryzen 5 7600XRyzen 5 9600X 105W → 65W +14,5% +13,7%

Dies ist dann einfach der Vorteil des späteren Launches, da man in der Phase der Produktgestaltung noch mit Taktraten (maßvoll) und Powerlimits (erheblich) spielen kann. Nicht mehr nachträglich änderbar ist allerdings die Singlethread-Performance (jedenfalls nicht gravierend) sowie die grundsätzliche Energieeffizienz – ergo scheint AMD bei diesen Punkten glänzen zu wollen. Hierfür sprechen auch die Blender-Benchmarks des Ryzen 9 9950X unter niedrigen Powerlimits von 60, 90 und 120 Watt, über welche WCCF Tech berichten: Dabei nähert sich das 120W-Resultat schon dem Ergebnis eines mit 230W Powerlimit laufenden Ryzen 9 7950X an (269 vs 295 Punkte bei 120W vs 230W). Wieviel der Ryzen 9 9950X auf seinem regulären Powerlimit von voraussichtlich 162 Watt dann noch herausholt, muß derzeit natürlich offenbleiben. Generell erscheint es als möglich, dass über ein größeres Benchmark-Feld gesehen AMDs Zen 5 eventuell einen (etwas) größeren Sprung bei der Singlethread- als der Multithread-Performance hinlegt, dafür aber eben bei der Energieeffizienz sehr deutlich davonzieht.

Die PC Games Hardware bringt einen Energieeffizienz-Vergleich aktueller Grafikkarten, basierend auf eigenen Benchmarks samt eigener Stromverbrauchs-Messungen, unterteilt nach Raster- sowie RayTracing-Darstellung. In beiden Disziplinen liegen allerdings die RTX40-Modelle klar in Front, interessanterweise sogar durchgehend die größeren nVidia-Modelle vor den kleineren. Hier spielt sicherlich mit hinein, dass auch für Enthusiasten-Grafikkarten FullHD-Benchmarks mit in die Kalkulation eingeflossen sind, resultierend in einem untypisch niedrigen Durchschnitts-Verbrauch der GeForce RTX 4090 von nur 355 Watt. Diese Karte verbraucht bekannterweise gerade unter FullHD deutlich weniger als unter höheren Auflösungen, was eine Durchschnitts-Rechnung etwas verfälschen kann. Hätte man sich mehr auf die für jede Grafikkarte sinnvollen Auflösungen konzentriert, könnte das Ergebnis eventuell leicht anders aussehen, die grundsätzlichen Tendenzen dürften sich natürlich kaum ändern.

So hat es AMD sehr schwer, mitzuhalten, wird gerade im RayTracing-Segment ganz heftig abgehängt (AMDs beste Lösung ist dort immer noch klar schwächer als die kleinste RTX40-Lösung). AMD kann aber wenigstens die vorherige RTX30-Garde unter Raster-Rendering zumeist ausstechen sowie unter RayTracing auf ein ähnliches Ergebnis kommen. Richtig schlecht sieht es hingegen für Intel aus, welche nochmals weit hinter den AMD-Ergebnissen liegen: Unter Raster-Rendering ist für Intel selbst die Energieeffizienz von AMDs Radeon RX 6000 Serie weit weg, kommt man allerhöchstens in die Nähe der Effizienz von nVidias Turing-Serie. Unter RayTracing sieht es leicht besser aus für Intel, da ist die RDNA2-Serie wenigstens in gewisser Nähe. Insgesamt verbrauchen die Intel-Grafikkarten für ihre aus aktueller Sicht klaren Mainstream-Leistungen einfach deutlich zu viel, obwohl deren 6nm-Fertigung nicht schlechter als AMDs RDNA2 und technisch gesehen sogar besser als nVidia Ampere (Samsung 8nm)) ist. Hoffentlich macht Intel hier mittels der kommenden "Battlemage"-Generationen einen erheblichen Schritt, immerhin hat man dafür als einziger der GPU-Entwickler einen Fullnode-Sprung zur Verfügung (6nm → 4nm)

Entgegen der bisherigen Erwartungen, Intel können den Stromdurst seiner eigenen Prozessoren zukünftig etwas zügeln, soll Arrow Lake-S laut Leaker Jaykihn über einen höheren ICCmax-Wert als der Raptor Lake Refresh verfügen: 347A anstatt 307A wie beim Vorgänger. Dies bezieht sich augenscheinlich auf das standardmäßige "Performance"-Profil, denn im "Extreme"-Profil sah Raptor Lake mit 400A bereits einen höheren ICCmax-Wert vor. Dies zeigt auch an, dass die (angeblich) 347A von Arrow Lake-S nicht völlig aus der Art geschlagen sind, viele Raptor-Lake-Mainboards dürften in ihrem Automodus (mit nicht deklarierter, aber dennoch automatischer Übertaktung) bereits ähnliche oder höhere Werte benutzt haben. Es bleibt die Hoffnung übrig, dass Intel diese technische Möglichkeit am Ende nicht ausnutzt und den Stromverbrauch seiner Prozessoren tatsächlich eher wieder drosselt oder wenigstens gleich läßt, anstatt jenen weiterhin zu steigern.

For the record, (and this is purely electrical rating, not PL,) Arrow Lake-S 8+16 is rated at 347A iccmax.
Raptor Lake Refresh, for comparison, was rated at 307A iccmax.

Quelle:  Jaykihn @ X 10. Juli am 2024

Gemäß Meldungen seitens Golem und WCCF Tech scheint sich nunmehr die erwartete Preissteigerung bei TSMC zu materialisieren, selbst wenn es dazu keine offiziellen Statements und mehrheitlich nur Analysten-Aussagen gibt. Neben der bei bis zu 10% liegenden Preissteigerung der 3nm-Fertigung sowie der bei ca. 20% liegenden Preissteigerung für das CoWoS-Packaging soll es nunmehr aber auch bei der 4nm-Fertigung um bis zu 10% Preissteigerung gehen, während gleichzeitig die Wafer-Preise für den (augenscheinlich nicht mehr ausgelasteten) 7nm-Node sinken sollen. Dies freut Chipentwickler, welche nicht auf die allerneueste Chipfertigung setzen, im Fall der 4nm-Fertigung sind dann hingegen die allermeisten Consumer-Produkte für die Jahre 2024/25 betroffen – welche fast durchgehend auf die 4nm-Fertigung setzen.

Andererseits sind bis zu 10% nun auch nichts, womit man nicht fertigwerden könnte, dies müsste nicht zwingend zu Preissteigerungen bei den Endkunden führen. Nur bei Produkten unter Nutzung von Advanced Packaging wird es nicht ohne Anpassung der Endabnehmer-Preise gehen – aber dies betrifft derzeit primär HPC/AI-Gerätschaften, das ebenfalls aufwendige Packaging seiner eigenen Prozessoren erledigt Intel hingegen selbst. Eher steht zu befürchten, dass diese TSMC-Preissteigerungen seitens der Hersteller-Industrie des Konsumenten-Segments dazu genutzt werden, zu allgemeinen Endkunden-Preissteigerungen in vielleicht sogar höheren Maßstab zu greifen. Sobald da alle Hersteller zeitnah mitmachen, hat der Konsument am Ende keine große Wahl und muß dennoch kaufen. Eine dafür eventuell zurückgehende Nachfrage dürfte locker durch diesen riesigen Bedarfsberg ausgeglichen werden, welchen das Support-Ende von Windows 10 ab Mitte 2025 generieren wird.