News des 26. Mai 2008

Games Industry berichten über die Ausführungen von Nolan Bushnell zum Thema TPM-Chip, der Atari-Gründer sieht in diesen die kommende "Wunderwaffe" gegen Raubkopien im Spielebereich. Er erfüllt damit ganz nebenbei auch die eher düsteren Voraussagen zur TCPA/TCP-Technologie, auf daß es bei dieser kaum um einen Sicherheitsgewinn für den Kunden geht, sondern vielmehr um das Durchsetzen von Copyrights und DRM. Doch davon abgesehen ist zu bezweifeln, daß sich gerade die Raubkopier-Quote durch TPMs verringern läßt: Ob ein originales Spiel nun nur zusammen mit einem TPM funktioniert oder nicht, muß die gecrackte Kopie nicht stören, aus dieser würde ja sowieso eine solche Abfrage entfernt werden.

Ein Sicherheitsgewinn zugunsten der Spieleentwickler ist hier nicht zu sehen – der wäre erst dann vorhanden, wenn man die Oberhoheit über das System dem Kunden entzieht und in die Hände beispielsweise von Microsoft legt, was auf dem PC-Markt keine besonders realistische Prognose darstellt. Noch viel kritischer sind aber die Ausführungen zum Ziel der ganzen Aktion zu sehen: Der Atari-Gründer will damit mehr Umsatz auf Märkten mit besonders hoher Raubkopierquote machen. Dies trifft nun insbesondere auf Entwicklungs- und Schwellenländer zu, wo aber selbst beim Nichtvorhandensein von Raubkopien aufgrund der (teils deutlich) geringeren Kaufkraft keine deutlich höheren Umsätze zu erwarten sind – eigentlich eine Milchmädchenrechnung.

Sicherlich macht Kleinvieh auch Mist und ein Nichtvorhandensein von Raubkopien würde zumindest in der westlichen Welt die Spiele-Umsätzen fördern. Auf der anderen Seite ist hierbei mit technischen Maßnahmen auf absehbare Zeit nicht viel zu machen, es läßt sich jedes Schutzsystem auch umgehen. Und von einem allumfassenden Schutzsystem, welches zudem auch noch breit im Markt verbreitet ist, sind wir noch einige Zeit entfernt. Die einzige sichere Bank sind derzeit also reine Online-Spiele, weil dort eine Kopie ja nichts bringt und es auf den Zugang ankommt, welcher nun einmal nicht kopierbar ist. Ansonsten könnte man die eher fruchtlosen Anstrengungen gegen Raubkopien natürlich auch in die Qualität der Spiele investieren – nur so als Idee ;).

Gulli berichten von drohenden neuen Urheberrechtsabgaben auf Speichermedien, welche die Preise dieser zum Teil heftig ansteigen lassen würden. Angedacht sind beispielsweise 16 Euro Urheberrechtsabgabe für eine 320-GB-Festplatte, während man bei Flashspeichern vollkommen das Maß verliert: 1 Euro Urheberrechtsabgabe pro Gigabyte sollen es hier werden, was insbesondere MP3-Player drastisch verteuern würde. Derzeit sind dies natürlich erst einmal nur die Vorstellungen der Rechteinhaber, welche sich nun mit den Geräteherstellern auf einen Preis einigen müssen. So hat sich das der Gesetzgeber zumindest ausgedacht – doch wenn diese Idee scheitert, landet das ganze dann doch wieder vor Gericht und ein solches würde dann die Urheberrechtsabgaben festlegen.

Wie WinFuture berichten, hat Microsoft nun endlich zugegeben, daß die Benutzerkontensteuerung UAC unter Windows Vista dringend überarbeitungsbedürftig ist, da vor allem die Warnmeldungen dem Benutzer nicht dabei weiterhelfen würden, die jeweils richtige Entscheidung zu treffen. Anscheinend ist es endlich bei Microsoft angekommen, daß viele Nutzer aufgrund dieser Tatsache bei UAC-Warnmeldungen einfach nur noch auf "Ja" klicken (oder die UAC ausschalten) und sich somit der eigentlich geplante Sicherherheitsgewinn durch diese Feature natürlich nicht einstellen kann. Noch ungünstiger erscheint das ganze, wenn die UAC laut Microsoft das wichtigste neue Sicherheitsfeature von Windows Vista sein soll ;).

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