Mittels der nunmehr verstärkt in den Markt kommenden neuen Notebooks auf Haswell-Basis lohnt ein neuer Überblick über die verfügbaren Mobile-Grafiklösungen seitens AMD und nVidia. AMD hatte seine Radeon HD 8000M Serie bereits zum Jahresende 2012 angekündigt und dann innerhalb des Frühjahrs komplettiert, während nVidia seine GeForce 700M Serie erst im Frühjahr angefangen und dann im Sommer komplettiert hat. Eingerechnet die übliche (monatelange) Vorbereitungszeit der Notebook-Hersteller bei der Evaluierung neuer Produkte hat es davon ausgehend allerdings noch seine Zeit gedauert, bis die Kombination von Haswell-Prozessoren samt Radeon HD 8000M oder GeForce 700M Grafiklösung endlich in kaufbaren Produkten zu finden war.
In beiden Fällen handelt es sich bei AMDs und nVidias aktuellen Mobile-Angeboten um glatte Refresh-Lösungen, welche nirgendwo auf neue Grafikchip setzen, sondern die bereits vorhandenen Grafikchips der Radeon HD 7000M & GeForce 600M Serien [2] nun nochmals melken. Andererseits zählt wohl ganz besonders im Mobile-Segment der Produktname, womit sich kein Notebook-Hersteller getrauen wird, nach der Verfügbarkeit von Radeon HD 8000M & GeForce 700M ein neues Notebook mit einer "älter" erscheinenden Grafiklösung aufzulegen. Im Mobile-Segment können sich AMD und nVidia somit sicher sein, daß bedingungslos immer das als "neu" erscheindende gekauft wird, egal der sich wirklich dahinter verbergenden Technik.
Vorteilhafterweise verbergen sich in diesen beiden neuen Mobile-Generationen keine (AMD) bzw. kaum (nVidia) wirklich alte Grafikchips aus vorhergehenden Technologie-Generationen, wie dies in den vorhergehenden Serien Radeon HD 7000M & GeForce 600M [2] noch gang und gäbe war. Einzig und allein nVidia hat noch zwei Altbestände auf Basis der Fermi-Architektur unter neuem Namen im Portfolio (GeForce 710M & GeForce GT 720M). Somit hat diese Refresh-Generation dann doch ihren gewissen Sinn in Form der Ausmistung der alten Lösungen auf Basis vergangener Grafikchip-Architekturen.
Ebenfalls haben AMD und nVidia keine totalen LowCost-Lösungen mehr gelistet, deren Performance unterhalb der von Intels integrierten Grafiklösungen liegt. Das niedrigste Performance-Niveau liegt laut unserem Performance-Index bei 40% (AMD) bzw. 30% (nVidia), wobei die besten integrierten Mobile-Grafiklösungen von AMD und Intel (außerhalb der GT3-Grafik von Haswell) in einem Performancefeld von 25% bis 45% liegen. Die GT3-Grafik von Haswell ist dann noch einmal deutlich schneller, erreicht aber auch kein echtes Mainstream-Niveau, sondern liegt in unserem Performance-Index ungefähr in Richtung 55% bis 65% (genaueres hierzu wird ein kommender Test aufzeigen) – und damit noch weit unterhalb der wirklich leistungsfähigen Mobile-Beschleuniger von AMD und nVidia.
Gegenüber den bisherigen Aufstellungen zu den Radeon HD 8000M und GeForce 700M Serien wurden einige Korrekturen und Neueinschätzungen angebracht: So wurden die Daten von AMDs Radeon HD 8500M & 8600M komplett neu erstellt – hierzu liegen sehr widersprüchliche Angaben selbst allein nur von AMD vor, ein bei AMD befindliches PDF scheint hierzu allerdings die beste Quelle zu sein. Danach reduziert AMD im übrigen beide Serien auf nur 320 Shader-Einheiten (von den ursprünglich 384 Shader-Einheiten des Oland-Chips), was bislang in dieser Form nicht bekannt war und auch abweichend ist von allen anderen im Web befindlichen Angaben. Nicht mit gelistet wurden die bei der englischen Wikipedia genannten, ansonsten aber nirgendwo offiziell erwähnten oder in realen Produkten verbauten Radeon HD 8890M, 8930M, 8950M und 8990M.
Bei nVidia wurden auch einige Ungereihmtheiten in den Spezifikationen korrigiert, zudem kam die bei nVidia gelistete GeForce 755M hinzu. Die bei der englischsprachigen Wikipedia gelistete GeForce 705M entfällt allerdings, da weder offiziell erwähnt noch bislang irgendwo in realer Hardware verbaut (im Gegensatz zur deutschsprachigen Wikipedia listet die englischsprachige Wikipedia oftmals auch nur als Gerücht bekannte Grafikkarten und Mobile-Grafiklösungen). Zudem wurden alle Mobile-Grafiklösungen von AMD und nVidia in Bezug auf ihre Performance-Einschätzung neu kalkuliert – teilweise ergeben sich hierbei gegenüber früheren Auflistungen abweichende Einschätzungen auf Basis korrigierter Hardware-Daten bzw. Taktraten.
Alle Performance-Einschätzunge beziehen sich natürlich allein auf die von AMD und nVidia genannten Referenz-Taktraten, welche bei beiden Grafikchip-Entwicklern durchgehend als "bis zu" zu verstehen sind. Taktraten-Abweichungen bis zu 15 Prozent nach unten hin sind dabei in der Praxis ganz normal, da die Notebook-Hersteller sich nicht an die AMD- und nVidia-Vorgaben halten müssen, auch existiert im Mobile-Segment kein Anspruch des Notebook-Käufers auf diese Referenz-Taktraten. Unsere Performance-Einschätzungen basieren natürlich zwangsläufig nur auf den Referenz-Taktraten – bei in der Praxis niedrigeren Taktraten reduziert sich Performance-Einschätzung demzufolge um den Betrag der niedrigeren Taktraten. Unsere Performance-Einschätzungen sind zudem in aller Regel ohne der Beachtung von Boost-Taktraten kalkuliert, da wir davon ausgehen, daß unter den thermischen Bedingungen eines Notebooks jegliche Boost-Taktraten sowieso nicht durchgängig zu halten sein werden.
Chipbasis & Technik | Taktraten | Desktop-Vergleich | |
---|---|---|---|
Radeon HD 8970M | 28nm Pitcairn-Chip, GCN-Architektur, 1280 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface | Chip: 850/900 MHz GDDR5: 2400 MHz |
ca. 10% langsamer als Radeon HD 7870 Perf.Index: ~235% |
Radeon HD 8870M | 28nm Cape-Verde-Chip, GCN-Architektur, 640 Shader-Einheiten, 40 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 725/775 MHz DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2250 MHz |
DDR3: ca. 15% schneller als Radeon HD 7750 DDR3 GDDR5: ca. 5% schneller als Radeon HD 7750 "900 MHz Edition" Perf.Index: ~80% (DDR3) bzw. ~125% (GDDR5) |
Radeon HD 8850M | 28nm Cape-Verde-Chip, GCN-Architektur, 640 Shader-Einheiten, 40 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 725/775 MHz DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2250 MHz |
DDR3: ca. 15% schneller als Radeon HD 7750 DDR3 GDDR5: ca. 5% schneller als Radeon HD 7750 "900 MHz Edition" Perf.Index: ~80% (DDR3) bzw. ~125% (GDDR5) |
Radeon HD 8830M | 28nm Cape-Verde-Chip, GCN-Architektur, 640 Shader-Einheiten, 40 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 575/625 MHz DDR3: 1000 MHz |
in etwa wie Radeon HD 7750 DDR3 Perf.Index: ~70% |
Radeon HD 8790M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 8 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 850/900 MHz GDDR5: 2250 MHz |
ca. 5-10% schneller als Radeon HD 7730 GDDR5 Perf.Index: ~85% |
Radeon HD 8770M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 8 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 775/825 MHz DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2250 MHz |
DDR3: in etwa wie Radeon HD 7730 DDR3 GDDR5: in etwa wie Radeon HD 7730 GDDR5 Perf.Index: ~70% (DDR3) bzw. ~80% (GDDR5) |
Radeon HD 8750M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 8 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 775/825 MHz DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2000 MHz |
DDR3: in etwa wie Radeon HD 7730 DDR3 GDDR5: in etwa wie Radeon HD 7730 GDDR5 Perf.Index: ~70% (DDR3) bzw. ~80% (GDDR5) |
Radeon HD 8730M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 24 TMUs, 8 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 650/700 MHz DDR3: 1000 MHz |
ca. 15% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~60% |
Radeon HD 8690M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 320 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 900/975 MHz GDDR5: 2250 MHz |
ca. 5% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~65% |
Radeon HD 8670M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 320 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 900/975 MHz DDR3: 1000 MHz |
ca. 20% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~55% |
Radeon HD 8590M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 320 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 750/825 MHz GDDR5: 2250 MHz |
ca. 20% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~55% |
Radeon HD 8570M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 320 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 750/825 MHz DDR3: 1000 MHz |
ca. 30% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~50% |
Radeon HD 8550M | 28nm Oland-Chip, GCN-Architektur, 320 Shader-Einheiten, 20 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 650/700 MHz DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2250 MHz |
DDR3: ca. 40% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 GDDR5: ca. 30% langsamer als Radeon HD 7730 DDR3 Perf.Index: ~40% (DDR3) bzw. ~50% (GDDR5) |
Die angegebenen Taktraten sind im Mobile-Bereich reine Empfehlungen AMDs an die Gerätehersteller und werden von diesen in der Praxis auch eher selten eingehalten. In aller Regel takten Mobile-Grafiklösungen 0 bis 15 Prozent unter den AMD-Vorgaben – höhere Taktraten als von AMD empfohlen sind extrem selten, (noch) niedrigere Taktraten dagegen durchaus zu befürchten. |
AMD bietet innerhalb der Radeon HD 8000M Serie reichlich LowCost- und Mainstream-Lösungen an, welche sich oftmals nur wenig unterscheiden und welche man sicherlich mit viel weniger verschiedenen Lösungen genauso gut realisieren könnte. Überraschenderweise erfolgt dann aus dem Mainstream-Segment mit der Radeon HD 8870M gleich der große Sprung mitten ins Performance-Segment mit der Radeon HD 8970M, welche nahezu doppelt so schnell wie diese ist. Hier fehlen AMD eigentlich einige kleinere Performance-Lösungen, welche es innerhalb der Radeon HD 7000M Serie [2] noch gab und welche gerüchteweise für die Radeon HD 8000M Serie in Form von Radeon HD 8890M, 8930M und 8950M auch schon teilweise genannt wurden. Allerdings wurden diese Mobile-Grafiklösungen bislang nie von AMD offiziell vorgestellt oder wenigstens in einem kaufbaren Notebook gesichtet.
Ehrlicherweise muß man dazusagen, daß in Notebook-Gefilden so etwas wie eine Radeon HD 8870M schon schnell als "Gaming-Lösung" gilt, obwohl die Performance dieser Mobile-Lösung noch nicht einmal die Performance einer Radeon HD 7770 des Desktop-Segments erreicht. Für die meisten Anforderungen der Notebook-Hersteller reicht AMDs Portfolio daher aus, da wirklich schnelle Mobile-Grafikchips einfach zu selten verbaut und noch viel seltener dann gekauft werden. AMD zeigt schlicht mit der einzeln im Performance-Segment stehenden Radeon HD 8970M an, daß man es genauso kann – und dies reicht dann auch wohl aus, weil der Großteil des Umsatzes im Mobile-Geschäft in viel niedrigeren Performance-Klassen realisiert wird.
Chipbasis & Technik | Taktraten | Desktop-Vergleich | |
---|---|---|---|
GeForce GTX 780M | 28nm GK104-Chip, Kepler-Architektur, 1536 Shader-Einheiten, 128 TMUs, 32 ROPs, 256 Bit DDR Interface | Chip: 823 MHz + Boost GDDR5: 2500 MHz |
ca. 0-5% schneller als GeForce GTX 660 Ti Perf.Index: ~290% |
GeForce GTX 770M | 28nm GK106-Chip, Kepler-Architektur, 960 Shader-Einheiten, 80 TMUs, 24 ROPs, 192 Bit DDR Interface | Chip: 811 MHz + Boost GDDR5: 2000 MHz |
ca. 15% langsamer als GeForce GTX 650 Ti "Boost" Perf.Index: ~185% |
GeForce GTX 765M | 28nm GK106-Chip, Kepler-Architektur, 768 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 850 MHz + Boost GDDR5: 2000 MHz |
ca. 15% langsamer als GeForce GTX 650 Ti Perf.Index: ~145% |
GeForce GTX 760M | 28nm GK106-Chip, Kepler-Architektur, 768 Shader-Einheiten, 64 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 657 MHz + Boost GDDR5: 2000 MHz |
ca. 25% langsamer als GeForce GTX 650 Ti Perf.Index: ~125% |
GeForce GT 755M | 28nm GK107-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 980 MHz + Boost GDDR5: 2700 MHz |
ca. 0-5% langsamer als GeForce GTX 650 Perf.Index: ~110% |
GeForce GT 750M | 28nm GK107-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 967 MHz + Boost DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2500 MHz |
DDR3: ca. 5-10% schneller als GeForce GT 640 DDR3 GDDR5: ca. 5% langsamer als GeForce GTX 650 Perf.Index: ~80% (DDR3) bzw. ~110% (GDDR5) |
GeForce GT 745M | 28nm GK107-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 16 ROPs, 128 Bit DDR Interface | Chip: 837 MHz + Boost DDR3: 1000 MHz GDDR5: 2500 MHz |
DDR3: in etwa wie GeForce GT 640 DDR3 GDDR5: ca. 15% langsamer als GeForce GTX 650 Perf.Index: ~75% (DDR3) bzw. ~100% (GDDR5) |
GeForce GT 740M | 28nm GK208/GK107-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 8 ROPs, 64 oder 128 Bit DDR Interface | Chip: 980 MHz + Boost DDR3: 1000 MHz GDDR5: 1800 MHz |
64-Bit DDR3: ca. 25% langsamer als GeForce GT 640 DDR3 64-Bit GDDR5: ca. 5% schneller als GeForce GT 640 DDR3 128-Bit DDR3: ca. 5-10% schneller als GeForce GT 640 DDR3 128-Bit GDDR5: ca. 15-20% langsamer als GeForce GTX 650 Perf.Index: ~55% (64-Bit DDR3) bzw. ~80% (64-Bit GDDR5) bzw. ~80% (128-Bit DDR3) bzw. ~95% (128-Bit GDDR5) |
GeForce GT 735M | 28nm GK208-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 889 MHz + Boost DDR3: 1000 MHz |
ca. 25-30% langsamer als GeForce GT 640 DDR3 Perf.Index: ~55% |
GeForce GT 730M | 28nm GK208-Chip, Kepler-Architektur, 384 Shader-Einheiten, 32 TMUs, 8 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 725 MHz + Boost DDR3: 900 MHz GDDR5: 2000 MHz |
DDR3: ca. 40% langsamer als GeForce GT 640 DDR3 GDDR5: ca. 15% langsamer als GeForce GT 640 DDR3 Perf.Index: ~45% (DDR3) bzw. ~65% (GDDR5) |
GeForce GT 720M | 28nm GF117-Chip, Fermi-Architektur, 96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 938 MHz DDR3: 1000 MHz |
ca. 25% langsamer als GeForce GT 430 Perf.Index: ~35% |
GeForce 710M | 28nm GF117-Chip, Fermi-Architektur, 96 Shader-Einheiten, 16 TMUs, 4 ROPs, 64 Bit DDR Interface | Chip: 800 MHz DDR3: 900 MHz |
ca. 30% langsamer als GeForce GT 430 Perf.Index: ~30% |
Die angegebenen Taktraten sind im Mobile-Bereich reine Empfehlungen nVidias an die Gerätehersteller und werden von diesen in der Praxis auch eher selten eingehalten. In aller Regel takten Mobile-Grafiklösungen 0 bis 15 Prozent unter den nVidia-Vorgaben – höhere Taktraten als von nVidia empfohlen sind extrem selten, (noch) niedrigere Taktraten dagegen durchaus zu befürchten. |
nVidia bietet innerhalb der GeForce 700M ein deutlich ausdifferenziertes Portfolio an, welches stärker in die Extreme geht – sowohl nach unten hin als auch nach oben hin. Eine gewisse Tendenz, speziell im Mainstream-Segment viel zu viele Lösungen für ein und denselben Performance-Punkt anzubieten, hat das nVidia-Portfolio jedoch genauso aufzuweisen. Den Vogel schießt hierbei die GeForce GT 740M an, welche auf Basis zweier Chips mit zwei unterschiedlichen Speicherinterfaces angeboten wird und aufgrund der zusätzlichen Bestückungsvarianten mit DDR3- und mit GDDR5-Speicher gleich vier Performance-Punkte besetzt.
Von diesem im Mobile-Segment immer wieder anzutreffenden Kuriositäten abgesehen bietet die GeForce 700M Serie dann jedoch auch eine gute Auswahl an performanten Mobile-Grafikkarten, welche man ernsthaft das Prädikant "Gamer-tauglich" geben kann. Dafür haben sich am unteren Ende des Portfolios aber auch zwei noch Fermi-basierte Grafiklösungen eingeschlichen, welche zudem von ihrer (schwachen) Performance her problemlos durch schnelle integrierte Beschleuniger ersetzt werden können. Insgesamt ist das nVidia-Portfolio damit ausgewogener und verwendet die gleiche insgesamte Anzahl an Beschleunigern für ein gegenüber AMD breiteres Performancefeld – was für die Notebook-Hersteller durchaus ein Anreiz sein kann, eher auf nVidia als auf AMD zu setzen.
Nachfolgend ist das sich damit ergebende Performance-Bild nochmals in Form von Diagrammen dargestellt – jeweils eines rein für die AMD- und nVidia-Beschleuniger (falls man sich schon für die eine oder andere Richtung entschieden hat) und dann noch ein zusammengefasstes Diagramm für die Produkte beider Grafikchip-Entwickler. Dabei gilt wieder, daß die Performance-Angaben immer nur grob zu sehen sind, gerade auch in Bezug auf eventuell niedrigere Taktraten bei einzelnen Notebook-Modellen. Im zusammengefassten Diagramm haben wir auf die Erfasssung des LowEnd-Bereichs verzichtet, um das Diagramm nicht zu lang werden zu lassen.
![]() Performance-Überblick AMD Radeon HD 8000M Serie [6] |
![]() Performance-Überblick nVidia GeForce 700M Serie [8] |
Die eigentliche Frage zur Performance von Mobile-Grafiklösungen ist aber natürlich, was man letztlich damit anfangen kann. Im Desktop-Bereich gibt es hierzu ein durchaus verbreitetes Wissen – man muß nur in unserem Forum [10] fragen, für welche Auflösung, Grafiksetting & vorhandenem Prozessor man sich eine neue Grafikkarte wünscht, schon wird sich schnell eine hilfreiche Antwort ergeben. Bei Mobile-Grafiklösungen ist dies alles schon deutlich schwieriger, da üblicherweise der exakte Performance-Bezug fehlt und die reinen Produktnamen im Mobile-Bereich "Schall und Rauch" sind – aka nicht ernst zu nehmen sind.
Demzufolge haben wir nachfolgend versucht, anhand der Performance-Angaben zu allen Mobile-Grafiklösungen abzuschätzen, für welche Display-Größen und welche Grafiksettings diese Mobile-Beschleuniger grob gesehen geeignet sind. Jene Abschätzungen beziehen sich dabei auf aktuelle und damit auch leistungsfressende Spiele unter verschiedenen Monitor-Auflösungen und Bildqualitäts-Settings. Ältere Spiele, Casual Games sowie Browser-Games haben natürlich einen anderen, deutlich niedrigeren Performancebedarf, nachfolgende Einschätzungen beziehen sich wie gesagt nur auf die Performance unter modernen Top-Titeln. Es wurde hierbei bewußt keine Abschätzung nach Monitor-Größen vorgenommen, da dies viel zu grob wäre – man kann schließlich dieselbe Monitor-Größe sowohl mit unterschiedlichen nativen Auflösungen erwerben oder auch betreiben.
AMD | nVidia | |||
---|---|---|---|---|
Radeon HD 7970M GDDR5 | Radeon HD 8970M GDDR5 | Klasse 1: 1920x1080 MaxQ 4xAA |
GeForce GTX 680MX GDDR5 GeForce GTX 680M GDDR5 |
GeForce GTX 780M GDDR5 |
Radeon HD 7950M GDDR5 | Klasse 2: 1920x1080 MaxQ 2xAA |
GeForce GTX 770M GDDR5 | ||
Klasse 3: 1920x1080 MaxQ |
GeForce GTX 675MX GeForce GTX 675M GDDR5 GeForce GTX 670MX GDDR5 GeForce GTX 670M GDDR5 |
GeForce GTX 765M GDDR5 | ||
Radeon HD 7870M GDDR5 Radeon HD 7850M GDDR5 |
Radeon HD 8870M GDDR5 Radeon HD 8850M GDDR5 |
Klasse 4: 1920x1080 HighQ 1600x900 MaxQ |
GeForce GT 650M GDDR5 | GeForce GTX 760M GDDR5 GeForce GT 755M GDDR5 GeForce GT 750M GDDR5 GeForce GT 745M GDDR5 |
Radeon HD 7770M GDDR5 Radeon HD 7750M GDDR5 Radeon HD 7690M XT GDDR5 Radeon HD 7690M GDDR5 |
Radeon HD 8870M DDR3 Radeon HD 8850M DDR3 Radeon HD 8830M DDR3 Radeon HD 8790M GDDR5 Radeon HD 8770M DDR3/GDDR5 Radeon HD 8750M DDR3/GDDR5 |
Klasse 5: 1920x1080 MediumQ 1600x900 HighQ 1366x768 MaxQ |
GeForce GTX 660M GDDR5 GeForce GT 650M DDR3 GeForce GT 645M GDDR5 GeForce GT 640M GDDR5 |
GeForce GT 750M DDR3 GeForce GT 745M DDR3 GeForce GT 740M 128-Bit DDR3/GDDR5 GeForce GT 740M 64-Bit GDDR5 |
Radeon HD 7730M DDR3 Radeon HD 7670M DDR3/GDDR5 Radeon HD 7570M GDDR5 |
Radeon HD 8730M DDR3 Radeon HD 8690M GDDR5 Radeon HD 8670M DDR3 Radeon HD 8590M GDDR5 Radeon HD 8570M DDR3 Radeon HD 8550M GDDR5 |
Klasse 6: 1920x1080 LowQ 1600x900 MediumQ 1366x768 HighQ |
GeForce GT 645M DDR3 GeForce GT 640M DDR3 GeForce GT 640M LE DDR3/GDDR5 GeForce GT 635M DDR3 GeForce GT 630M 128-Bit GDDR5 |
GeForce GT 740M 64-Bit DDR3 GeForce GT 735M DDR3 GeForce GT 730M GDDR5 |
Radeon HD 7650M DDR3 Radeon HD 7630M DDR3 Radeon HD 7610M DDR3 Radeon HD 7570M DDR3 Radeon HD 7550M DDR3/GDDR5 |
Radeon HD 8550M DDR3 | Klasse 7: 1600x900 LowQ 1366x768 MediumQ |
GeForce GT 630M 128-Bit DDR3 GeForce GT 630M 64-Bit GDDR5 |
GeForce GT 730M DDR3 |
Radeon HD 7590M DDR3 Radeon HD 7530M DDR3 Radeon HD 7510M DDR3 Radeon HD 7490M DDR3 Radeon HD 7470M GDDR5 Radeon HD 7450M GDDR5 |
Klasse 8: 1366x768 LowQ |
GeForce GT 630M 64-Bit DDR3 GeForce GT 620M 128-Bit DDR3 |
GeForce GT 720M DDR3 GeForce 710M DDR3 |
Nochmals sei davor gewarnt, daß diese Einschätzungen leider nur höchst grob sein können: Schon die reinen Performance-Angaben basieren nur auf Hochrechnungen gemäß der vorliegenden Hardware-Daten. Letztere sind jedoch in vielen Fällen variabel, was natürlich nicht bei den vorstehenden Einschätzungen beachtet werden konnte, hier wurde immer nur die schnellste Variante eines Mobile-Beschleunigers berücksichtigt. Genauso können (und werden) die Gerätehersteller an den Taktraten des konkreten Notebooks herumschrauben, meistens in die falsche Richtung hin – auch hier kann man also noch einmal etwas an Performance verlieren. Man sollte den vorstehenden Einschätzungen also reichlich Spielraum geben – gut möglich, daß in der Praxis der eine oder andere Mobile-Beschleuniger auch einmal eine Leistungsklasse tiefer landet als vorstehend prognostiziert.
Trotz aller Limitationen dürfte damit aber ungefähr klar werden, bis zu welchen Auflösungen und Settings man einen der aktuellen Mobile-Beschleuniger nutzen kann. Im Gegensatz zur vorhergehenden Generation an Mobile-Grafiklösungen, welche sich zu sehr auf echte LowCost-Lösungen konzentrierte, ist mit den aktuellen Mobile-Serien durchaus eine vernünftige Lösung für ein Gaming-Notebook zu erstehen – sowohl von einfacheren Gaming-Lösung, wo man also niedrigere Auflösungen und Settings in Kauf nimmt, bis hin zu ausgewachsenen Gaming-Boliden, die eine dem Desktop-Segment vergleichbare Performance abliefern.
Allerdings macht es nur in den wenigsten Fällen Sinn, eines der absoluten Top-Modelle zu erwerben, da die Mehrpreise von Radeon HD 8970M und GeForce GTX 780M im Bereich von 500 Euro und mehr liegen – deutlich zu teuer für Grafiklösungen, deren Performance man im Desktop-Bereich für in Richtung 150 Euro bekommt. Aber im Bereich von Radeon HD 8850M und 8870M sowie GeForce GT 745M, 750M, 755M und GTX 760M bekommt man eine solide Performance zu einem noch nicht überzogenen Mehrpreis – denn daß echte 3D-Performance im Notebook auch richtig Geld kostet, sollte wegen der geringeren Platz- und Abwärmereserven klar sein. Wenn sich hier kein passendes Notebook mit ansprechendem Preis finden läßt, muß man wohl oder übel auf einen Mainstream-Grafikbeschleuniger umsatteln – diese haben üblicherweise geringere Mehrpreise, dafür muß man jedoch deutliche Abstriche bei der Grafikqualität unter neueren Spieletiteln einkalkulieren.
Leider keine Einschätzungen kann dieser Artikel zum Stromverbrauch der genannten Mobile-Beschleuniger geben – da hierzu schlicht zu wenige griffige Informationen vorliegen. Bei der aktuellen Generation fehlen selbst ungefähre TDP-Klassen, wobei solcherart TDP-Klassen eine sowieso in aller Regel viel zu ungenaue Bescheibung des Stromverbrauchs liefern (siehe Intel- und AMD-Prozessoren, wo völlig verschiedene getaktete Modelle innerhalb derselben TDP-Klasse rangieren). Wir würden diese Einschätzungen gern liefern, sehen aber zu wenige vorhandene feste Informationen auf diesem Feld – und gleich alles nur abzuschätzen, wäre einfach zu fehleranfällig. Grob mag man sich daran orientieren, daß mehr Performance immer auch mehr Strombedarf ergibt, und daß alles, was im Performance-Index nahe oder oberhalb der 200%-Marke liegt, Realverbrauchswerte von 50 Watt und mehr ergeben sollte.
Einen genaueren Vergleich gegenüber den vielfältigen integrierten Grafiklösungen von AMD und Intel wird zudem ein zukünftiger Artikel bieten. Für den Augenblick kann man grob mitnehmen, daß die besten integrierten Beschleuniger von AMD und Intel in einem Performancefeld von 25% bis 45% liegen, während die GT3-Grafik von Haswell ("Intel Iris Pro 5200") irgendwo in Richtung 55% bis 65% herauskommen sollte. Nur in letzterem Fall wird damit (knapp) jenes Niveau erreicht, wo es sich lohnt, auf eine extra Mobile-Grafik zu verzichten – allerdings nur bei eher niedrigen Performance- und Bildqualitäts-Ansprüchen. Wirklich leistungsfähige und Gaming-geeignete Mobile-Grafik kommt nach wie vor nur von den extra Mobile-Grafiklösungen seitens AMD und nVidia.
Beide Grafikchip-Entwickler bieten nunmehr mit den Radeon HD 8000M & GeForce 700M Serien ein ausgreiftes Produkt-Portfolio an, welches vermutlich auch noch einige Zeit lang Bestand haben wird. Auf nVidia-Seite dürfte in absehbarer Zeit keine GeForce 800M Serie drohen, da nVidia eine solche vermutlich erst mit dem Auftauchen einer neuen Desktop-Serie – GeForce 800 auf Maxwell-Basis – nicht vor Frühjahr/Sommer 2014 realisieren wird. Bei AMD könnte früher etwas in der Mache sein, da AMD schon dieses Jahr seine neue Radeon R200 [11] Desktop-Serie starten wird. Aller Vermutung nach wird AMD sich im Mobile-Segment jedoch an seinen typischen Jahres-Rythmus halten und daher erst mit Jahresbeginn neue Mobile-Beschleuniger vorstellen bzw. eventuell auch erst nur ankündigen. Für die jetzt kommende Saison dürften Radeon HD 8000M & GeForce 700M Serien demzufolge erst einmal Bestand haben.
Verweise:
[1] http://www.3dcenter.org/users/leonidas
[2] http://www.3dcenter.org/artikel/ueberblick-zu-amds-radeon-hd-7000m-und-nvidias-geforce-600m-mobile-grafikloesungen
[3] http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?t=546020
[4] http://www.3dcenter.org/artikel/ueberblick-zu-amds-radeon-hd-8000m-und-nvidias-geforce-700m-mobile-grafikloesungen
[5] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/Performance-Ueberblick-AMD-Radeon-HD-8000M-Serie.png
[6] http://www.3dcenter.org/abbildung/performance-ueberblick-amd-radeon-hd-8000m-serie
[7] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/Performance-Ueberblick-nVidia-GeForce-700M-Serie.png
[8] http://www.3dcenter.org/abbildung/performance-ueberblick-nvidia-geforce-700m-serie
[9] http://www.3dcenter.org/abbildung/performance-ueberblick-2013er-mobile-grafikloesungen
[10] http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/
[11] http://www.3dcenter.org/news/amds-volcanic-islands-ist-die-radeon-r200-serie-mit-wahrscheinlich-nur-einem-neuen-grafikchip
[12] http://www.3dcenter.org/artikel/ueberblick-zu-amds-radeon-hd-8000m-und-nvidias-geforce-700m-mobile-grafikloesungen/ueberblic