Mit dem Launch der GeForce RTX 2080 auf Basis des TU104-Chips sowie der GeForce RTX 2080 Ti auf Basis des TU102-Chip hat nVidia am 19. September 2018 endlich seine lange erwartete nächste Grafikkarten-Generation gestartet. Die Turing-Generation [2] bringt erstmals für PC-Grafikkarten RayTracing-Fähigkeiten in Hardware ins Spiel, läutet so gesehen eine neue Ära ein – durch nVidia auch kenntlich gemacht mit dem neuen Namenssuffix "RTX" (anstatt vorher "GTX"). Da RayTracing allerdings eher ein (sehr) langfristiges Projekt ist, kann jenes für die Bewertung der aktuellen Grafikkarten kaum eine Rolle spielen. Demzufolge kann man sich in der Bewertung von GeForce RTX 2080 und 2080 Ti derzeit noch ganz auf die üblichen Punkte aktuelle Spiele-Performance, Lautstärke, Stromverbrauch und Übertaktungseignung konzentrieren. In diese Richtung hin wurden für diese Launch-Analyse die inzwischen fünf Dutzend an Launchreviews zu den beiden neuen Turing-Grafikkarten durchgearbeitet und nachfolgend deren relevante Aussagen verdichtet.
![]() nVidia GeForce RTX 2080 "Founders Edition" [4] |
![]() nVidia GeForce RTX 2080 Ti "Founders Edition" [6] |
nVidias Turing-Generation mag ursprünglich für die 10nm-Fertigung von Samsung gedacht [7] gewesen sein, kommt nun aber doch in der (nur geringfügig veränderten) 12nm-Fertigung von TSMC daher. Damit sind keine große Steigerungen der Einheiten-Anzahl möglich, hinzukommend die diversen Änderungen an den Shader-Clustern samt der neuen RayTracing-Fähigkeiten führt dies dennoch zu enorm großen Grafikchips innerhalb der Turing-Generation. Der TU104-Chip der GeForce RTX 2080 ist mit 545mm² beachtbar größer als der GP102-Chip der GeForce GTX 1080 Ti mit dessen "nur" 471mm² Chipfläche – und damit für einen zweitgrößen Gamer-Chip eigentlich viel zu groß, bislang ist nVidia in diesem Marktsegment bei Chipflächen von 300-400mm² unterwegs. Der TU102-Chip der GeForce RTX 2080 Ti ist dagegen mit 754mm² klar der größte jemals primär für Gaming-Bedürfnisse aufgelegte Grafikchip – bislang ist nVidia in diesem Marktsegment ebenfalls deutlich kleiner mit Chipflächen von bestenfalls ~600mm² angetreten.
nVidia Turing TU106 | nVidia Turing TU104 | nVidia Turing TU102 | |
---|---|---|---|
Chip | 10,6 Mrd. Transistoren auf 445mm² Chipfläche in der 12nm-Fertigung von TSMC | 13,6 Mrd. Transistoren auf 545mm² Chipfläche in der 12nm-Fertigung von TSMC | 18,6 Mrd. Transistoren auf 754mm² Chipfläche in der 12nm-Fertigung von TSMC |
Hardware | 3 Raster-Engines, 36 Shader-Cluster, 2304 Shader-Einheiten, 144 TMUs, 36 RT-Cores, 288 Tensor-Cores, 64 ROPs, 4 MB Level2-Cache, 256 Bit GDDR6-Speicherinterface | 6 Raster-Engines, 48 Shader-Cluster, 3072 Shader-Einheiten, 192 TMUs, 48 RT-Cores, 384 Tensor-Cores, 64 ROPs, 4 MB Level2-Cache, 256 Bit GDDR6-Speicherinterface | 6 Raster-Engines, 72 Shader-Cluster, 4608 Shader-Einheiten, 288 TMUs, 72 RT-Cores, 576 Tensor-Cores, 96 ROPs, 6 MB Level2-Cache, 384 Bit GDDR6-Speicherinterface |
NVLink & SLI | - | ein NVLink 2.0 x8-Anschluß (50 GB/sec), Support für maximal 2fach SLI | zwei NVLink 2.0 x8-Anschlüsse (100 GB/sec), Support für maximal 2fach SLI |
verbaut bei | GeForce RTX 2070 (Vollausbau) | GeForce RTX 2080 (Salvage) & Quadro RTX 5000 (Vollausbau) | GeForce RTX 2080 Ti (Salvage) & Quadro RTX 6000/8000 (Vollausbau) |
Vorgänger-Chip | - | Pascal GP104, 7,2 Mrd. Transistoren auf 314mm² Chipfläche in der 16nm-Fertigung von TSMC, 4 Raster-Engines, 20 Shader-Cluster, 2560 Shader-Einheiten, 160 TMUs, 64 ROPs, 2 MB Level2-Cache, 256 Bit GDDR5X-Speicherinterface | Pascal GP102, 12 Mrd. Transistoren auf 471mm² Chipfläche in der 16nm-Fertigung von TSMC, 6 Raster-Engines, 30 Shader-Cluster, 3840 Shader-Einheiten, 256 TMUs, 96 ROPs, 3 MB Level2-Cache, 384 Bit GDDR5X-Speicherinterface |
Die deutlich größere Chipfläche resultiert primär aus drei Punkten: Erstens einmal eine Steigerung der nominellen Einheiten-Anzahl um jeweils +20%, zweitens die Einschließung von RayTracing und drittens die (deutliche) Umgestaltung der Shader-Cluster von Turing. Die RayTracing-Funktionalität wurde direkt in selbige integriert, aber es gab daneben auch andere, sehr bedeutsame Änderungen: So sinkt die Anzahl der Shader-Einheiten pro Shader-Cluster von 128 auf 64, womit sich die Kontrolllogik pro Shader-Einheit grob verdoppelt (was der besseren Auslastung der Shader-Einheiten dient). Gleichfalls wurden neben den 64 üblichen FP32-Einheiten pro Shader-Cluster auch noch 64 INT32-Einheiten verbaut, welche zudem nunmehr auch gleichzeitig genutzt werden können. Faktisch gesehen steigt die Anzahl der Ausführungseinheiten damit also doch stark an – auch wenn Integer-Code derzeit noch nicht in diesem Ausmaß von Spielen genutzt wird wie Fließkomma-Code. Zudem läuft die FP16-Funktionalität nunmehr mit doppelter Performance, bei Spielen mit starker Nutzung von FP16-Code sind sind somit gute Performancegewinne zu erwarten.
So gesehen ist Turing ein großer Architektur-Sprung – ähnlich dem von Kepler zu Maxwell, wo es bekannterweise ebenfalls neue Shader-Cluster und auch kein wirklich neues Fertigungsverfahren gab. Diese großen internen Änderungen zugunsten des normalen Rendering-Ablaufs bedeuten aber auch, das Turing durchaus noch eine gewisse Reifezeit hinlegen könnte. Zwar sollten aktuelle Spiele bereits über die Turing-Treiber halbwegs gut optimiert werden, aber neu herauskommende Spiele sollten sich dann besser auf die neuen Shader-Cluster und deren neue Hardware-Fähigkeiten einlassen – womit die Turing-Grafikkarten unter zukünftigen Spielen stärker zulegen könnten, als es dato der Fall ist. Selbigen Effekt gab es schließlich auch schon bei der Maxwell-Generation zu beobachten, welche sich über die Zeit immer besser von den vorherigen Grafikkarten absetzen konnte. Richtig beachtbare Performancesprünge sind damit natürlich nicht zu erwarten, dieserart Verbesserungen über die Zeit laufen üblicherweise im Rahmen von einigen Prozentpunkten ab.
Kepler | Maxwell 2 | Pascal | Turing | |
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gilt für Grafikchips | GK110, GK104, GK106, GK107, GK208 | GM200, GM204, GM206 | GP102, GP104, GP106, GP107, GP108 (nicht für GP100) | TU102, TU104, TU106 |
DirectX 12 Feature-Level | 11_0 | 12_1 (Tier 2) | 12_1 (Tier 2) | 12_1 (Tier 3) |
RayTracing | ✗ | ✗ | ✗ | ✓ |
Durchsatz pro Raster-Engine | 8 Pixel/Takt 1 Triangle/Takt |
16 Pixel/Takt 1 Triangle/Takt |
16 Pixel/Takt 1 Triangle/Takt |
(vermutlich) 16 Pixel/Takt 1 Triangle/Takt |
Aufbau der Shader-Cluster | 192 Shader-Einheiten (FP32), 16 Textureneinheiten, 32 Load/Store-Einheiten, 32 SFUs, 8 FP64-Einheiten, 1x Kontrolllogik, 256 kByte Register File, 64 kByte Level1-Cache, 48 kByte Daten-Cache (GK110: 64 anstatt 8 FP64-Einheiten) |
128 Shader-Einheiten (FP32), 8 Textureneinheiten, 32 Load/Store-Einheiten, 32 SFUs, 4 FP64-Einheiten, 4x Kontrolllogik, 256 kByte Register File, 48 kByte Level1-Cache, 96 kByte Daten-Cache | 128 Shader-Einheiten (FP32), 8 Textureneinheiten, 32 Load/Store-Einheiten, 32 SFUs, 4 FP64-Einheiten, 4x Kontrolllogik, 256 kByte Register File, 48 kByte Level1-Cache, 96 kByte Daten-Cache | 64 Shader-Einheiten (FP32), 4 Textureneinheiten, 16 Load/Store-Einheiten, 16 SFUs, 2 FP64-Einheiten, 64 Integer-Einheiten (INT32), 1 RT-Core, 8 Tensor-Cores, 4x Kontrolllogik, 256 kByte Register File, 96 kByte Level1- und Daten-Cache |
TMU/SE-Verhältnis | 1:12 | 1:16 | 1:16 | 1:16 |
FP64/FP32-Perf. | 1:24 (GK110: 1:3) | 1:32 | 1:32 | 1:32 |
FP16/FP32-Perf. | - | - | 1:1 | 2:1 |
wichtige Fortschritte | - | doppelter Pixel-Durchsatz der Raster-Engines, kleinere Shader-Cluster, deutlich mehr Kontrolllogik pro Shader-Einheit, größere Caches pro Shader-Einheit | FP16-Fähigkeit (ohne Performance-Verbesserung) | kleinere Shader-Cluster, extra INT32-Einheiten, FP16-Fähigkeit mit doppelter Performance, grob verdoppelte Kontrolllogik pro Shader-Einheit, größere Caches pro Shader-Einheit, RayTracing in Hardware |
Weitere Performancesprünge sind dann zu erwarten, wenn die Spieleentwickler diverse neue Rendering-Features von Turing nutzen: Wie die doppelte FP16-Performance, was ja derzeit seitens der Spieleentwickler schon angegangen wird und auch bei AMDs Vega-Architektur [8] existiert. Daneben gehören dann auch "Mesh Shading" (neue Geometrie-Shader zur Entlastung der CPU, nicht unähnlich den "Primitive Shaders" von AMDs Vega), "Variable Rate Shading" (VRS) (Reduzierung der Shader-Qualität an unwichtigen Stellen, interessant besonders für die Außenteile des Bildes bei VR-Rendering), "Texture-Space Shading" (Wiederverwendung von Shading-Operationen) und "Multi-View Rendering" (MVR) (Rendering mehrerer Bildansichten zugleich) als weitere neue Rendering-Features von Turing, welche allesamt ebenso seitens der Spiele-Entwickler explizit eingebaut werden müssen. Die teilweise mit diesen Features mögliche Reduzierung der Renderqualität liegt dabei komplett in den Händen des Spieleentwicklers – jener entscheidet also weiterhin, wo die "unwichtige Stellen" sind und wie sein Spiel optisch aussehen soll. Im Gegensatz zu FP16-Code dürfte die reale Nutzung der anderen genannten Rendering-Features von Turing seine Zeit brauchen – was natürlich auch wieder zugunsten einer langfristig (relativ gesehen) steigenden Performance geht.
Aus den beiden größeren Turing-Chips TU104 und TU102 hat nVidia dann die Gamer-Grafikkarten GeForce RTX 2080 und GeForce RTX 2080 Ti geformt. Beide treten nicht im Vollausbau der zugrundeliegenden Grafikchips an – was bei der GeForce RTX 2080 Ti relativ normal ist, hier dürfte eine nachfolgende Titan-Karte den Vollausbau stellen. Bei der GeForce RTX 2080 ist dies etwas ungewöhnlich, basiert aber letztlich auf dem Umstand, das die nachfolgende GeForce RTX 2070 auf einem eigenen Grafikchip basiert und damit nicht die Rolle einer Salvage-Lösung übernehmen kann – dies muß nun die GeForce RTX 2080 selbst tun. Die Hardware-Abspeckungen sind allerdings jeweils eher geringfügig: Der GeForce RTX 2080 fehlen zwei Shader-Cluster (46 anstatt 48, -4%), der GeForce RTX 2080 Ti dann immerhin vier Shader-Cluster (68 anstatt 72, -6%) samt einem Speichercontroller (352 anstatt 384 Bit, -8%). Wegen dieser Abspeckungen ist eine später erscheinende TU102-basierte Titan-Karte wie gesagt ziemlich wahrscheinlich, eine weitere TU104-basierte Karte mit dem Vollausbau dieses Grafikchips (wegen der geringen Hardware-Differenz) dagegen eher nicht.
GeForce GTX 1080 | GeForce GTX 1080 Ti | GeForce RTX 2080 | GeForce RTX 2080 Ti | |
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Chipbasis | nVidia GP104 | nVidia GP102 | nVidia TU104 | nVidia TU102 |
Fertigung | 7,2 Mrd. Transistoren auf 314mm² Chipfläche in der 16nm-Fertigung von TSMC | 12 Mrd. Transistoren auf 471mm² Chipfläche in der 16nm-Fertigung von TSMC | 13,6 Mrd. Transistoren auf 545mm² Chipfläche in der 12nm-Fertigung von TSMC | 18,6 Mrd. Transistoren auf 754mm² Chipfläche in der 12nm-Fertigung von TSMC |
Architektur | Pascal, DirectX 12 Feature-Level 12_1 (Tier 2) | Turing, DirectX 12 Feature-Level 12_1 (Tier 3) | ||
Features | DirectX 12, OpenGL, Vulkan, Asynchonous Compute, DSR, SLI, PhysX, G-Sync | DirectX 12, OpenGL, Vulkan, Asynchonous Compute, RayTracing, DSR, DLSS, SLI, PhysX, NVLink, G-Sync | ||
Technik | 4 Raster-Engines, 20 Shader-Cluster, 2560 Shader-Einheiten, 160 TMUs, 64 ROPs, 256 Bit GDDR5X-Interface, 2 MB Level2-Cache (Vollausbau) | 6 Raster-Engines, 28 Shader-Cluster, 3584 Shader-Einheiten, 224 TMUs, 88 ROPs, 352 Bit GDDR5X-Interface, 2.75 MB Level2-Cache (Salvage) | 6 Raster-Engines, 46 Shader-Cluster, 2944 Shader-Einheiten, 184 TMUs, 46 RT-Cores, 368 Tensor-Cores, 64 ROPs, 4 MB Level2-Cache, 256 Bit GDDR6-Interface (Salvage) | 6 Raster-Engines, 68 Shader-Cluster, 4352 Shader-Einheiten, 272 TMUs, 68 RT-Cores, 544 Tensor-Cores, 88 ROPs, 5.5 MB Level2-Cache, 352 Bit GDDR6-Interface (Salvage) |
Taktraten | 1607/1733/2500 MHz | 1480/1582/2750 MHz | Std.: 1515/1710/3500 MHz FE: 1515/1800/3500 MHz |
Std.: 1350/1545/3500 MHz FE: 1350/1635/3500 MHz |
Speicherausbau | 8 GB GDDR5X | 11 GB GDDR5X | 8 GB GDDR6 | 11 GB GDDR6 |
Layout | DualSlot | DualSlot | DualSlot | DualSlot |
Kartenlänge | 26,7cm | 26,7cm | 26,7cm | 26,7cm |
Ref./Herst./OC | ✓ / ✓ / ✓ | ✓ / ✓ / ✓ | ✓ / ✓ / ✓ | ✓ / ✓ / ✓ |
Stromstecker | 1x 8pol. | 1x 6pol. + 1x 8pol. | 1x 6pol. + 1x 8pol. | 2x 8pol. |
off. Verbrauch | 180W | 250W | Std.: 215W FE: 225W | Std.: 250W FE: 260W |
Idle-Verbrauch | 6W | 11W | FE: 16W | FE: 21W |
Spiele-Verbr. | 175W | 238W | Std.: ~218W FE: 228W | Std.: ~260W FE: 271W |
Ausgänge | DualLink DVI-D, HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4 | HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4 | HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4, VirtualLink per USB Type C | HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4, VirtualLink per USB Type C |
4K Perf.Index [9] | 132% | 175% | Std.: ~180% FE: 186% | Std.: ~228% FE: 236% |
Listenpreis | 499$ | 699$ | Std.: 699$ FE: 799$/849€ | Std.: 999$ FE: 1199$/1259€ |
Straßenpreis | 480-530€ | 680-750€ | 840-900€ | 1230-1300€ (verfügbar 27.9.) |
Release | 17. Mai 2016 [10] | 10. März 2017 [11] | 19. September 2018 | 19. September 2018 |
Wie den Karten-Spezifikationen zu entnehmen, bringt nVidia seine Founders Edition erstmals werksübertaktet heraus. Damit gibt es für jede der Turing-Grafikkarten nunmehr zwei bedeutsame Takt- und Performance-Marken: Erstens die Referenztaktung, welche wohl auch von jedem der Grafikkartenhersteller mit jeweils einem Grafikkarten-Modell geboten wird. Und zweitens die Taktraten der Founders Edition, auf welchem Niveau alle werksübertakteten Herstellerkarten wohl mindestens takten werden. Wie es sich derzeit in der Praxis herausstellt [14], halten sich viele werksübertaktete Herstellerkarten an die Taktraten der Founders Edition oder gehen nur leicht darüber hinaus – noch stärkere Werksübertaktungen sind dagegen eher selten bei den Turing-Karten anzutreffen (was auch schwierig ist, da die Founders Edition einen Großteil der Werksübertaktung schon selber übernimmt). In gewissem Sinne wird somit das Performance-Niveau vieler werksübertakteter Herstellerkarten allerdings besser erfassbar, da selbige nunmehr grob auf dem gleichen Performance-Niveau wie die Founders Edition (oder nur noch minimal besser) liegen.
Als weitere Änderung der Turing-Generation liegt jeder der Turing-Grafikchips (im Verkauf gegenüber den Grafikkartenherstellern) in zwei Varianten vor: non-A und "A". Erstere Variante ist für Standardkarten mit den Referenztaktraten gedacht und darf seitens der Grafikkartenhersteller auch nicht für Werksübertaktungen benutzt werden (private Übertaktungen sind dagegen weiterhin möglich). Die zweite Variante setzt nVidia für seine eigenen Founders-Edition-Karten ein, sowie die Grafikkartenhersteller für alle deren werksübertaktete Modelle. Innerhalb dieser A-Variante scheint es zudem noch weitere Abstufungen [15] geben, welche die Taktfreudigkeit des jeweiligen Grafikchips ausdrückt. Ob sich letztgenannte Information von außen auslesen läßt, muß sich noch herausstellen – ob man dagegen eine der beiden Hauptvarianten des jeweiligen Grafikchips hat, dürfte sich wohl auslesen lassen, geben viele Grafikkartenhersteller auf ihren Webseiten an, sowie ist letztlich auch auf dem Grafikchip selber aufgedruckt.
2080/Ti Standard-Karte | 2080/Ti FE-Karte | 2080/Ti OC-Karte | |
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Grafikchip-Variante | non-A 2080: TU104-400 2080Ti: TU102-300 |
"A" 2080: TU104-400A 2080Ti: TU102-300A |
"A" 2080: TU104-400A 2080Ti: TU102-300A |
Taktraten | (ausschließlich) Referenztakt 2080: 1515/1710/3500 MHz 2080Ti: 1350/1545/3500 MHz |
FE-Takt 2080: 1515/1800/3500 MHz 2080Ti: 1350/1635/3500 MHz |
frei nach Herstellergusto (üblicherweise FE-Takt oder leicht höher) |
Power-Limit | Referenz-Power-Limit 2080: 215W 2080Ti: 250W |
FE-Power-Limit 2080: 225W 2080Ti: 260W |
frei nach Herstellergusto (üblicherweise FE-Power-Limit oder leicht höher) |
OC durch Benutzer | ✓ | ✓ | ✓ |
Platinenlayout | nVidia-Referenz oder Herstellerdesign | nVidia-Referenz | nVidia-Referenz oder Herstellerdesign |
Kühlerdesign | Herstellerdesign | nVidia-Referenz | Herstellerdesign |
Da mittels der Launchreviews ausschließlich Founders-Edition-Karten sowie einige werksübertaktete Herstellerkarten getestet wurden, aber bislang noch nirgendwo eine einzelne Karte mit Referenztakt, können alle weiteren Betrachtungen vorerst allein das Niveau der Founders Edition als Ausgangslage nehmen. Es wird nachfolgend versucht werden, ausgehend davon das Niveau der Referenztaktungen (als "Standard" bezeichnet, da das Wort "Referenz" in diesem Fall nicht ausreichend eindeutig ist) zu interpolieren – aber dies ist natürlich immer mit einer gewissen Fehlermarge versehen bzw. teilweise mangels entsprechender Informationen auch einfach nicht möglich. So lassen sich beispielsweise derzeit keinerlei Aussagen zum Taktraten-Verhalten, der Lüfter-Lautstärke sowie der Übertaktungs-Eignung von Karten mit Referenztaktung treffen – für diese Tests müssten tatsächlich erst entsprechende Karten vorliegen.
Das Taktraten-Verhalten der Founders-Edition-Karten wurde dagegen von einigen der Launchreviews untersucht, wobei die herausgekommenen Werte nicht gänzlich eindeutig sind. Zumindest kommt keiner der Hardwaretests auf niedrigere real anliegenden Taktraten als es die nVidia-Vorgabe vorgibt – nur über die Höhe des real anliegenden Mehrtakts bei der Founders Edition gibt es verschiedene Meinungen: Bei der GeForce RTX 2080 liegt das Taktraten-Spektrum bei 1800-1867 MHz, sprich von 0-67 MHz über der nVidia-Vorgabe von 1800 MHz, bei der GeForce RTX 2080 Ti liegt das Taktraten-Spektrum dagegen bei 1650-1757 MHz, sprich immerhin 15-122 MHz über der nVidia-Vorgabe von 1635 MHz. Wirklich eindeutig ist dies wie gesagt noch nicht – aber zumindest läßt sich sagen, das beide Karten vermutlich real doch etwas mehr takten (Schätzung: jeweils ca. 50 MHz), als es nVidia eigentlich für seine Founders Edition vorgibt.
GeForce RTX 2080 (Std.) | GeForce RTX 2080 (FE) | GeForce RTX 2080 Ti (Std.) | GeForce RTX 2080 Ti (FE) | |
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Temperatur-Limit | 83°C | 83°C | 84°C | 84°C |
max. Temp-Limit | bis 88°C einstellbar | bis 88°C einstellbar | bis 88°C einstellbar | bis 88°C einstellbar |
Power-Limit | 215W | 225W | 250W | 260W |
max. Power-Limit | variabel je nach Karte | bis +24% einstellbar (= 280W) | variabel je nach Karte | bis +23% einstellbar (= 320W) |
nominelle Taktraten | 1515/1710/3500 MHz | 1515/1800/3500 MHz | 1350/1545/3500 MHz | 1350/1635/3500 MHz |
höchster Chiptakt | ? | 1980 MHz | ? | 1905 MHz |
realer Chiptakt | ? | CB: Ø 1867 MHz [16] (16 Tests) LeComp: 1855 MHz [17] (1 Test) HWCan: 1845 MHz [18] (1 Test) SweCl: ~1800 MHz [19] (1 Test) TechSpot: 1815 MHz [20] (1 Test) Tom's: 1800 MHz [21] (1 Test) |
? | CB: Ø 1757 MHz [16] (16 Tests) HWCan: 1680 MHz [18] (1 Test) SweCl: ~1700 MHz [22] (1 Test) TechSpot: 1755 MHz [20] (1 Test) Tom's: 1650 MHz [21] (1 Test) |
In der Frage zur Kühlkonstruktion der Turing-Karten bzw. der damit erzeugten Chip-Temperaturen und Lüfter-Lautstärken sowie etwaiger elektronischer Störgeräusche ("Spulenfiepen") sei hiermit besser auf die einzelnen Launchreviews verwiesen, welche selbiges Themengebiet anhand der vorliegenden Testmuster aus erster Hand beurteilen können. Generell wird die (neue) Kühlkonstruktion der Founders Edition von den Hardwaretestern gelobt, ist sicherlich sehr hochwertig und entsprechend leistungsfähig. Ob nVidia damit wirklich die beste Kühlkonstruktion für die RTX-Karten hat, muß sich noch zeigen, wäre aber eher zu bezweifeln – denn sicherlich haben die einzelnen Grafikkartenhersteller in solcherart Fragen eine tiefergehende Expertise als denn der Grafikchip-Entwickler nVidia.
Weitgehend nicht (sinnvoll) testbar waren mit den Launchreviews die Punkte "RayTracing" und "DLSS". Zu beiden Features existieren derzeit nur wenige Demos, aber keine realen Spiele und damit nichts, was größere Betrachtung verdient. RayTracing wird allerdings wie gesagt erst langfristig seine Wirkung entfalten, während die neue Kantenglättung "Deep Learning Super Sample [23]" durchaus demnächst schon zur realen Nutzung gelangen sollte. Allerdings muß sich hierzu erst einmal deren Schlagkraft erweisen – vor allem bezüglich der Optik, denn die (viel) bessere Performance von DLSS steht mittels der hierfür angesetzten niedrigeren internen Renderauflösung außer Frage. Beispielbilder zu DLSS helfen in dieser Frage auch nicht wirklich weiter – hier geht es eher darum zu ergründen, ob das Feature im realen Spieleeinsatz durchgehend zu einer vernünftigen Optik ohne Fehldarstellungen bzw. ohne sichtbar geringer aufgelösten Bildern führt. Dies muß dann Aufgabe zukünftiger Turing-Artikel sein.
Für die Performance-Ermittlung zur den beiden neuen Turing-Karten standen wie bekannt primär nur Benchmarks der jeweiligen Founders-Edition-Ausführungen zur Verfügung – jene dafür aber in überaus reichhaltiger Anzahl. Gegenüber der vorab veröffentlichten Performance-Auswertung [24] gab es noch ein paar kleinere Korrekturen sowie neue Werte zweier Quellen einzuarbeiten, was auch die gebildeten Durchschnitts-Werte (leicht) beeinflußt. Anzumerken wäre, das alle Einzelbenchmarks auf grobe CPU-Limits oder feste Frameraten-Limiter kontrolliert wurden, entsprechende Meßreihen wurden dann nicht zur Durchschnittsbildung zugelassen. Dies trat unter der FullHD-Auflösung gar nicht so selten auf, selbst unter der WQHD-Auflösung noch in (wenigen) Einzelfällen. Mit dieser Maßnahme wurden allerdings nur faktisch gar nicht skalierende Benchmarks ausgeschlossen, nicht jedoch generell eher schlecht skalierende Benchmarks.
FullHD | Vega 64 | 1080 | 1080 Ti | Titan Xp | 2080 (FE) | 2080 Ti (FE) |
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Technik | Vega 10, 4096 SE @ 2048 Bit, 8 GB HBM2 | Pascal GP104, 2560 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3584 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3840 SE @ 384 Bit, 12 GB GDDR5X | Turing TU104, 2944 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR6 | Turing TU102, 4352 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR6 |
Adrenaline [25] (8 Tests) | 75,2% | 80,1% | 100% | - | 104,3% | 120,3% |
AnandTech [26] (8 Tests) | 79,9% | 82,7% | 100% | - | 108,4% | 119,0% |
Babel Tech Reviews [27] (32 Tests) | 81,4% | 80,0% | 100% | 106,8% | 102,5% | 119,4% |
Bjorn3D [28] (7 Tests) | - | - | 100% | 106,1% | 103,5% | 119,2% |
ComputerBase [29] (16 Tests) | 79,7% | 80,2% | 100% | - | 104,9% | 121,3% |
Golem [30] (6 Tests) | 78,4% | 82,6% | 100% | - | 105,2% | 120,1% |
Guru3D [31] (14 Tests) | 80,0% | 83,0% | 100% | 106,1% | 108,0% | 123,7% |
Lab501 [32] (10 Tests) | - | 81,7% | 100% | - | 102,3% | 119,7% |
Les Numeriques [33] (9 Tests) | 75,5% | 88,8% | 100% | 104,9% | 105,6% | 110,5% |
PCLab [34] (10 Tests) | 73,9% | 80,5% | 100% | - | 103,7% | 113,7% |
PCMag [35] (12 Tests) | 74,7% | 83,2% | 100% | - | 100,0% | 112,7% |
PurePC [36] (10 Tests) | 79,5% | 79,1% | 100% | - | 112,0% | 129,8% |
SweClockers [37] (11 Tests) | 77,6% | 80,2% | 100% | - | 104,8% | 118,9% |
TechPowerUp [38] (23 Tests) | 77,8% | 82,7% | 100% | - | 108,6% | 123,5% |
Tweakers [39] (9 Tests) | 82,6% | 80,9% | 100% | - | 106,6% | 121,4% |
TweakTown [40] (6 Tests) | 83,1% | 80,5% | 100% | 104,7% | 112,5% | 121,7% |
WASD [41] (7 Tests) | 76,7% | 82,9% | 100% | - | 104,8% | 118,3% |
FullHD Perf.-Durchschnitt * | 78,6% | 81,5% | 100% | ~105,8% | 105,6% | 120,1% |
Listenpreis | 499$ | 499$ | 699$ | 1200$ | 799$ (FE) | 1199$ (FE) |
Straßenpreis | 490-600€ | 480-530€ | 680-750€ | 1299€ | 849€ (FE) | 1259€ (FE) |
* leicht gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit größerer Anzahl an Einzel-Benchmarks; insgesamte Benchmark-Anzahl: ~1030 |
WQHD | Vega 64 | 1080 | 1080 Ti | Titan Xp | 2080 (FE) | 2080 Ti (FE) |
---|---|---|---|---|---|---|
Technik | Vega 10, 4096 SE @ 2048 Bit, 8 GB HBM2 | Pascal GP104, 2560 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3584 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3840 SE @ 384 Bit, 12 GB GDDR5X | Turing TU104, 2944 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR6 | Turing TU102, 4352 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR6 |
Adrenaline [25] (8 Tests) | 74,1% | 77,8% | 100% | - | 104,3% | 127,0% |
AnandTech [26] (9 Tests) | 77,6% | 78,9% | 100% | - | 108,5% | 130,2% |
Babel Tech Reviews [27] (35 Tests) | 79,7% | 77,6% | 100% | 107,3% | 102,6% | 125,2% |
Bjorn3D [28] (12 Tests) | - | - | 100% | 106,9% | 100,2% | 120,2% |
ComputerBase [29] (16 Tests) | 78,6% | 77,5% | 100% | - | 107,7% | 132,3% |
Golem [30] (10 Tests) | 76,3% | 82,6% | 100% | - | 109,2% | 122,7% |
Guru3D [31] (15 Tests) | 78,3% | 77,8% | 100% | 106,5% | 105,9% | 126,8% |
Hardware Canucks [43] (12 Tests) | 80,4% | 81,0% | 100% | - | 111,1% | 134,8% |
Hardwareluxx [44] (9 Tests) | 80,5% | 79,1% | 100% | - | 109,3% | 125,2% |
Lab501 [32] (9 Tests) | - | 81,8% | 100% | - | 105,3% | 128,4% |
Le Comptoir du Hardware [45] (20 T.) | 75,7% | 78,3% | 100% | 108,1% | 110,0% | 133,2% |
Les Numeriques [33] (9 Tests) | 74,7% | 80,5% | 100% | 107,8% | 109,7% | 124,0% |
PC Games Hardware [46] (21 Tests) | 72,2% | 75,6% | 100% | 107,7% | 105,5% | 131,6% |
PCLab [34] (12 Tests) | 76,1% | 79,4% | 100% | - | 105,1% | 122,3% |
PCMag [35] (12 Tests) | 72,5% | 78,5% | 100% | - | 100,5% | 126,0% |
PurePC [36] (10 Tests) | 76,5% | 77,1% | 100% | - | 112,7% | 134,6% |
SweClockers [37] (11 Tests) | 77,0% | 78,0% | 100% | - | 105,9% | 126,1% |
TechPowerUp [38] (23 Tests) | 77,3% | 80,0% | 100% | - | 109,3% | 133,3% |
TechSpot [47] (31 Tests) | 73,9% | 76,7% | 100% | - | 102,1% | 125,8% |
Tom's Hardware [48] (13 Tests) | 77,2% | 80,3% | 100% | - | 105,8% | 122,0% |
Tweakers [39] (11 Tests) | 78,9% | 79,9% | 100% | - | 106,5% | 125,4% |
TweakTown [40] (7 Tests) | 78,5% | 78,9% | 100% | 107,4% | 110,4% | 133,5% |
WASD [41] (13 Tests) | 78,2% | 82,1% | 100% | - | 103,4% | 121,0% |
WQHD Perf.-Durchschnitt * | 76,5% | 78,5% | 100% | ~106,9% | 106,4% | 128,4% |
Listenpreis | 499$ | 499$ | 699$ | 1200$ | 799$ (FE) | 1199$ (FE) |
Straßenpreis | 490-600€ | 480-530€ | 680-750€ | 1299€ | 849€ (FE) | 1259€ (FE) |
* leicht gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit größerer Anzahl an Einzel-Benchmarks; insgesamte Benchmark-Anzahl: ~1720 |
UltraHD (4K) | Vega 64 | 1080 | 1080 Ti | Titan Xp | 2080 (FE) | 2080 Ti (FE) |
---|---|---|---|---|---|---|
Technik | Vega 10, 4096 SE @ 2048 Bit, 8 GB HBM2 | Pascal GP104, 2560 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3584 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR5X | Pascal GP102, 3840 SE @ 384 Bit, 12 GB GDDR5X | Turing TU104, 2944 SE @ 256 Bit, 8 GB GDDR6 | Turing TU102, 4352 SE @ 352 Bit, 11 GB GDDR6 |
Adrenaline [25] (8 Tests) | 69,8% | 74,0% | 100% | - | 103,3% | 132,6% |
AnandTech [26] (9 Tests) | 76,1% | 77,1% | 100% | - | 107,7% | 137,3% |
Babel Tech Reviews [27] (36 Tests) | 77,7% | 75,1% | 100% | 107,9% | 102,9% | 131,1% |
Bjorn3D [28] (13 Tests) | - | - | 100% | 107,9% | 100,2% | 126,6% |
ComputerBase [29] (16 Tests) | 77,5% | 75,5% | 100% | - | 106,0% | 134,7% |
EuroGamer [49] (9 Tests) | 77,2% | 77,9% | 100% | - | 104,2% | 133,9% |
Golem [30] (10 Tests) | 73,5% | 77,6% | 100% | - | 112,6% | 143,3% |
Guru3D [31] (15 Tests) | 77,2% | 76,5% | 100% | 107,7% | 104,5% | 132,8% |
Hardware Canucks [43] (12 Tests) | 77,3% | 77,5% | 100% | - | 110,7% | 141,1% |
Hardwareluxx [44] (10 Tests) | 76,0% | 75,9% | 100% | - | 108,0% | 134,9% |
Lab501 [32] (10 Tests) | - | 79,4% | 100% | - | 105,5% | 132,5% |
Le Comptoir du Hardware [45] (20 T.) | 75,6% | 76,7% | 100% | 109,0% | 109,9% | 139,8% |
Les Numeriques [33] (9 Tests) | 75,2% | 78,3% | 100% | 107,6% | 111,5% | 133,8% |
PC Games Hardware [46] (21 Tests) | 71,8% | 73,0% | 100% | 108,0% | 104,9% | 136,3% |
PC Perspective [50] (9 Tests) | 78,6% | 75,7% | 100% | - | 102,9% | 131,9% |
PCLab [34] (13 Tests) | 73,2% | 76,8% | 100% | - | 104,8% | 129,6% |
PCMag [35] (12 Tests) | 73,5% | 75,9% | 100% | - | 100,5% | 131,7% |
PurePC [36] (10 Tests) | 74,6% | 75,6% | 100% | - | 111,5% | 138,7% |
SweClockers [37] (11 Tests) | 76,2% | 76,8% | 100% | - | 106,8% | 131,6% |
TechPowerUp [38] (23 Tests) | 75,0% | 75,0% | 100% | - | 108,3% | 138,9% |
TechSpot [47] (35 Tests) | 70,7% | 76,2% | 100% | - | 101,1% | 130,8% |
The Tech Report [51] (9 Tests) | 76,3% | 78,4% | 100% | - | 109,7% | 136,8% |
Tom's Hardware [48] (13 Tests) | 74,0% | 78,6% | 100% | - | 107,0% | 128,4% |
Tweakers [39] (11 Tests) | 76,5% | 77,0% | 100% | - | 107,1% | 134,2% |
TweakTown [40] (7 Tests) | 79,6% | 81,0% | 100% | 111,8% | 118,4% | 150,2% |
WASD [41] (13 Tests) | 74,6% | 80,0% | 100% | - | 102,0% | 126,2% |
UltraHD Perf.-Durchschnitt * | 75,0% | 76,3% | 100% | ~107,9% | 106,3% | 134,8% |
Listenpreis | 499$ | 499$ | 699$ | 1200$ | 799$ (FE) | 1199$ (FE) |
Straßenpreis | 490-600€ | 480-530€ | 680-750€ | 1299€ | 849€ (FE) | 1259€ (FE) |
* leicht gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit größerer Anzahl an Einzel-Benchmarks; insgesamte Benchmark-Anzahl: ~1900 |
Die von den beiden neuen Turing-Grafikkarten erzielte Performance kommt derzeit natürlich eher am unteren Ende der Erwartungen heraus, wenn die GeForce RTX 2080 FE gerade einmal so die GeForce GTX 1080 Ti schlägt – und die GeForce RTX 2080 Ti FE im besten Fall +35% auf dieselbe Pascal-Karte oben drauf legt. Gegenüber nVidias eigenen Performance-Aussagen [52] (ebenfalls auf Basis von FE-Karten aufgestellt) ist dies eher wenig, hiermit wurden gerade bei der GeForce RTX 2080 Ti doch etwas größere Performance-Vorteile erwartet. Beide Werte werden dann jedoch noch etwas geringer ausfallen, wenn es um die Performance von Turing-Karten zu deren Referenztaktraten geht. Daneben interessant ist der heftig zu Tage tretende Effekt von CPU-Limitationen unter kleineren Auflösungen: Der Performance-Vorteil der GeForce RTX 2080 Ti FE gegenüber der GeForce GTX 1080 Ti liegt unter der UltraHD-Auflösung noch bei +34,8%, sinkt auf der WQHD-Auflösung aber schon auf +28,4% – und fällt auf der FullHD-Auflösung stark auf nur noch +20,1%, dies sind nur noch 58% des UltraHD-Performancegewinns zwischen beiden Karten.
Selbiger Effekt ist allerdings bekannterweise schon bei den Spitzenmodellen der Pascal-Generation [53] vorhanden: Der Performance-Vorteil der GeForce GTX 1080 Ti gegenüber der GeForce GTX 1080 geht von +31,1% unter UltraHD über +27,4% unter WQHD auf +22,7% unter FullHD ebenfalls bedeutsam zurück. Hierbei erreicht man unter FullHD aber wenigstens noch 73% des UltraHD-Performancegewinns, sinkt die Effizienz der Karte nicht so drastisch wie im Beispiel der GeForce RTX 2080 Ti FE. Nichtsdestotrotz kann man sagen, das alles ab der GeForce GTX 1080 Ti und GeForce RTX 2080 zweifellos nicht mehr wirklich für die FullHD-Auflösung geeignet ist, selbige Karten unter dieser Auflösung (wegen nahender oder erreichter CPU-Limits) schon maßgeblich ineffizient arbeiten. Unter WQHD gibt es zwar auch nicht die 100%ige Performance dieser Spitzen-Grafikkarten, aber es geht wie gesagt nur in Einzelfällen mal wirklich ins CPU-Limit.
Die Performance von GeForce RTX 2080 und 2080 Ti auf ihren Referenztaktraten ist derzeit leider nur abschätzbar, da die hierzu vorliegenden Benchmark-Werte zu gering in der Anzahl sind und zudem sowieso nur aus Simulationen stammen: Es wurde hierbei jeweils eine Founders Edition entsprechend umgetaktet sowie deren Power-Limit abgesenkt. Im groben Maßstab reicht dies aus, um sagen zu können, das die Referenztaktung unter der UltraHD-Auflösung bei ca. 3½ Prozent Performancedifferenz zur Founders Edition herauskommen sollte. Aber sicherlich muß dieser Punkt später noch einmal genauer mittels entsprechenden Testreihen mit echten Grafikkarten basierend auf der Referenztaktung nachgeprüft werden. Die bei den Herstellerkarten durchgehend abweichende Lüfterkonstruktion könnte durchaus doch noch für leicht abweichende Resultate hierzu sorgen.
GeForce RTX 2080 Std. | GeForce RTX 2080 FE | GeForce RTX 2080 Ti Std. | GeForce RTX 2080 Ti FE | |
---|---|---|---|---|
Boosttakt | 1710 MHz | 1800 MHz (+5,3%) | 1545 MHz | 1635 MHz (+5,8%) |
TDP | 215W | 225W (+4,7%) | 250W | 260W (+4,0%) |
AnandTech [26] | FullHD: 106,4% WQHD: 105,0% UltraHD: 103,6% |
FullHD: 108,4% WQHD: 108,5% UltraHD: 107,7% |
FullHD: 117,1% WQHD: 124,4% UltraHD: 132,1% |
FullHD: 119,0% WQHD: 130,2% UltraHD: 137,3% |
Le Comptoir d.H. [45] | WQHD: 106,6% UltraHD: 106,1% |
WQHD: 110,0% UltraHD: 109,9% |
WQHD: 128,0% UltraHD: 133,8% |
WQHD: 133,2% UltraHD: 139,8% |
Perf.-Durchschnitt | (normalisierte Schätzung) FullHD: ~102% WQHD: ~102½% UltraHD: ~102½% |
(ermittelter Durchschnitt) FullHD: 105,6% WQHD: 106,4% UltraHD: 106,3% |
(normalisierte Schätzung) FullHD: ~118% WQHD: ~125% UltraHD: ~130% |
(ermittelter Durchschnitt) FullHD: 120,1% WQHD: 128,4% UltraHD: 134,8% |
4K Perf.Index [9] | ~180% | 186% | ~228% | 236% |
Listenpreis | 699$ | 799$/849€ | 999$ | 1199$/1259€ |
Straßenpreis | 840-900€ | 849€ | 1230-1300€ | 1259€ |
Und damit lassen sich nunmehr auch für beide neuen Turing-Grafikkarten Index-Werte im Sinne des UltraHD Performance-Index [9] aufstellen. Hierfür wurde als Ausgangsbasis der Index-Wert der GeForce GTX 1080 Ti (175%) benutzt, da jene Pascal-Grafikkarte mit am nächsten an den beiden neuen Turing-Grafikkarten dran liegt. Eingerechnet die Differenz zwischen Standard- und FE-Performance bei Turing erreicht somit die GeForce RTX 2080 "Standard" einen Index-Wert von ~180%, die GeForce RTX 2080 Ti einen Index-Wert von ~228%. Beide Index-Werte werden derzeit noch mit dem "rund"-Symbol angegeben, um auf den Umstand hinzuweisen, das sich hieran (mit dem Vorliegen genauerer Benchmark-Werte zur Referenztaktung beider Grafikkarten) durchaus noch etwas ändern kann. Die entsprechenden Index-Werte der jeweiligen FE-Karten lauten dann auf 186% bzw. 236% – wobei derzeit aber noch nicht klar ist, ob diese (wie bekannt werksübertakteten) FE-Karten wirklich Einzug in die Index-Tabellen nehmen werden.
Eine kleine Überraschung ergab sich mit den Messungen zum Stromverbrauch der reinen Grafikkarten, welche daneben in erfreulich großer Anzahl vorliegen. Zuletzt hatte man sich bei nVidia-Grafikkarten daran gewöhnen können, das wirklich alle Grafikkarten nie mehr als ihre jeweilige offizielle TDP-Angabe ziehen, im Schnitt der Messungen eigentlich immer ein paar Watt niedriger herauskommen. Dies trifft auch weiterhin auf die mitgetesteten Pascal-Karten zu – die Turing-Karten scheren hierbei hingegen aus und durchbrechen ihre TDP. Bei der GeForce RTX 2080 "Founders Edition" bleibt dies mit im Mittel 228 Watt Spiele-Stromverbrauch noch vollkommen im Rahmen der Dinge, diesen Wert könnte man notfalls auch noch unter "Meßungenauigkeit" einordnen. Die GeForce RTX 2080 Ti "Founders Edition" fällt dagegen mit im Mittel 271 Watt Spiele-Stromverbrauch doch einigermaßen klar aus ihrer (klar) vorgegebenen TDP von 260 Watt heraus.
Stromverbrauch | Vega 64 | 1080 | 1080 Ti | Titan Xp | 2080 (FE) | 2080 Ti (FE) |
---|---|---|---|---|---|---|
ComputerBase [29] | 11W / 308W | 6W / 180W | 9W / 255W | - | 12W / 229W | 21W / 276W |
Golem [30] | 16W / 281W | 5W / 176W | 12W / 223W | - | 17W / 230W | 22W / 260W |
Guru3D [31] | 334W | 184W | 279W | 259W | 230W | 266W |
Hardwareluxx [44] | 314W | 182W | 244W | - | 226W | 260W |
Le Comptoir d.H. [45] | 12W / 298W | 6W / 156W | 10W / 219W | 14W / 246W | 15W / 231W | 20W / 274W |
Les Numeriques [33] | 292W | 169W | 231W | 248W | 233W | 288W |
PCGH [46] | - | 10W / 173W | 13W / 228W | 14W / 252W | 17W / 224W | 23W / 263W |
TechPowerUp [38] | 14W / 292W | 3W / 166W | 10W / 231W | - | 14W / 215W | 20W / 273W |
Tom's Hardware [48] | 19W / 285W | 7W / 173W | 13W / 229W | - | 17W / 226W | 17W / 279W |
Tweakers [39] | 14W / 301W | 8W / 181W | 11W / 257W | - | 17W / 233W | 22W / 274W |
Ø Idle | 14W | 6W | 11W | ~12W | 16W | 21W |
Ø Spiele | 298W | 175W | 238W | 251W | 228W | 271W |
TDP | 295W | 180W | 250W | 250W | 225W | 260W |
erster/kleinerer Wert: Idle, zweiter/größerer Wert: Spiele; Durchschnitt gegen die (wenigen) völlig danebenliegenden Werte gewichtet |
Ob dies dann noch mit Meßfehlern begründet werden kann, wäre eher zu bezweifeln – gerade da selbst neu aufgelegte Meßwerte von Pascal-Grafikkarten jene als weiterhin im Rahmen ihrer TDP anzeigen. An dieser Stelle wird sicherlich noch eine Erklärung gesucht – welche im Extremfall auch darauf hinauslaufen könnte, daß das Power-Limit der Turing-Karten gar nicht wirklich der offiziellen Karten-TDP entspricht. Die Differenz ist natürlich absolut nicht weltbewegend, gibt es auch bei AMDs Grafikkarten, ist halt für nVidia reichlich ungewöhnlich. Nur zeigt dieser Fall dann (erneut) darauf hin, wie wenig man auf TDP-Nennungen vertrauen kann: GeForce GTX 1080 Ti und GeForce RTX 2080 Ti "Founders Edition" liegen bezüglich ihrer TDP nur 10 Watt auseinander, real sind es allerdings gleich 33 Watt – da die GeForce GTX 1080 Ti real weniger als ihre TDP verbraucht, die GeForce RTX 2080 Ti "Founders Edition" real hingegen mehr als ihre TDP zieht.
Mittels Übertaktung läßt sich dann noch einiges aus beiden FE-Grafikkarten herausholen, dies ging auch schnell in Richtung von Taktraten oberhalb von 2000 MHz (bei beiden Karten). Das erreichbare Taktraten-Niveau ist damit zwar hoch, aber letztlich auch nicht wirklich beachtbar höher als von Pascal her bereits gewohnt. Bei den verschiedenen Hardwaretests wurden unter Übertaktung dann Performancegewinne von ca. 10-15% bei der GeForce RTX 2080 FE sowie ca. 15-20% bei der GeForce RTX 2080 Ti FE ermittelt – die Leistungsaufnahme stieg dabei entsprechend an, ohne aber (wegen des greifenden Power-Limits) wirklich zu explodieren. Wo in dieser Frage die echten Limits von Turing liegen, wird sich allerdings nur mittels intensiver Tests mit hochklassigen Herstellerdesigns ermitteln lassen, welche dann auch eine noch höhere Stromzufuhr sowohl seitens der technischen Stromversorgung als auch dem im Treiber einstellbaren Power-Limit zulassen.
Nach vielen Zahlen und Daten läßt sich somit langsam ein erstes Gesamtbild zu Turing aufstellen: Performance und Stromverbrauch sind ausreichend genug bekannt – womit sich das ganze ins Verhältnis zum Preispunkt sowie zu en Daten von anderen verfügbaren Grafikkarten setzen läßt. Lag Turing bislang nicht schlecht, ändert sich das ganze allerdings sehr deutlich, wenn man den Preispunkt und hierbei insbesondere die aktuellen Preislagen ins Spiel bringt. Denn derzeit ist im Grafikkarten-Markt absolut nichts von nVidias Listenpreis für die Referenztaktung zu sehen – es regieren vielmehr durchgehend Straßenpreise, welche bestenfalls ein paar Euro unterhalb nVidias eigener Preisgestaltung für die (werksübertaktete) Founders Edition liegen. Angesichts dessen, das die GeForce RTX 2080 nunmehr schon ein paar Tage im Verkauf steht, gibt Turing in dieser Frage (derzeit) ein denkbar schlechtes Bild ab.
Denn es war schon vorab klar, das Turing mit seiner vergleichsweise hohen Preisansetzung bestenfalls ein ähnliches Performance/Preis-Verhältnis wie die vorhergehenden Pascal-Grafikkarten bieten können würde. Diese Rechnung konnte jedoch sowie nur dann aufgehen, wenn die Turing-Grafikkarten auch wirklich zu ihrem Listenpreis verfügbar werden. Mit den aktuell viel höheren Straßenpreisen gerät das Performance/Preis-Verhältnis von Turing komplett aus den Fugen – man bezahlt bei Turing nun plötzlich deutlich mehr für dieselbe Performance wie bei Pascal. Selbst das Argument, das man für die letzten paar Prozentpunkte Performance immer übermäßig tief in die Tasche greifen muß, zieht an dieser Stelle nicht – denn jenes gilt nur Generations-intern. Doch Generations-übergreifend sollte eine neue Grafikkarten-Generation die vorhergehende beim Performance/Preis-Verhältnis jederzeit erreichen bzw. üblicherweise sogar mehr Performance fürs gleiche Geld aufbieten.
V64 | 1080 | 1080Ti | TitanXp | 2080Std | 2080FE | 2080Ti-Std | 2080Ti-FE | |||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
FullHD-Performance | 78,6% | 81,5% | 100% | ~105,8% | ~102% | 105,6% | ~118% | 120,1% | ||
WQHD-Performance | 76,5% | 78,5% | 100% | ~106,9% | ~102½% | 106,4% | ~125% | 128,4% | ||
UltraHD-Performance | 75,0% | 76,3% | 100% | ~107,9% | ~102½% | 106,3% | ~130% | 134,8% | ||
Stromverbrauch | 298W | 175W | 238W | 251W | ~218W | 228W | ~260W | 271W | ||
4K Perf.Index [9] | 129% | 132% | 175% | 189% | ~180% | 186% | ~228% | 236% | ||
Listenpreis | 499$ | 499$ | 699$ | 1200$ | 699$ | 799$ | 999$ | 1199$ | ||
Straßenpreis | 490- 600€ | 480- 530€ | 680- 750€ | 1299€ | 840- 900€ | 849€ | 1230- 1300€ | 1259€ | ||
P/P per Listenpreis | +5% | +7% | 100% | -37% | +3% | -7% | -9% | -21% | ||
P/P per Straßenpreis | -2% | +8% | 100% | -41% | -13% | -11% | -25% | -23% | ||
Speichermenge | 8 GB | 8 GB | 11 GB | 12 GB | 8 GB | 8 GB | 11 GB | 11 GB | ||
"P/P" = Performance/Preis-Verhältnis, sprich "fps per Dollar" bzw. "fps per Euro" |
Da nVidia diese Zielsetzung zu den aktuellen Straßenpreisen klar verfehlt, können die Turing-Grafikkarten derzeit auch keine Empfehlung bekommen. Hier spielt sicherlich auch mit hinein, daß Turings Zukunftsfeature in Form von RayTracing noch zu weit von einer beachtbaren Nutzung entfernt ist, um jetzt schon für die kommende RayTracing-Ära zu kaufen. Aktuell interessiert halt primär die Performance unter derzeit vorliegenden Spielen & Benchmarks, in Relation gebracht zum Preispunkt: Und da liegt nVidia speziell bei der GeForce RTX 2080 einfach schlechter als mit der GeForce GTX 1080 Ti. Zu ihrem Listenpreis könnte eine standardmäßige GeForce RTX 2080 sogar einen minimalen Performance/Preis-Vorteil gegenüber der GeForce GTX 1080 Ti herausarbeiten – aber da jener Listenpreis mit den aktuellen Straßenpreis maßgeblich verfehlt wird, bleibt nur der (deutliche) zweite Platz. Das die GeForce GTX 1080 Ti über die größere und damit (als ältere Grafikkarte) sogar zukunftsträchtigere Speicherbestückung verfügt, spricht zudem doppelt gegen die GeForce RTX 2080.
Für die GeForce RTX 2080 Ti sieht dies etwas anders aus, da jene Karte keinen direkten Gegner aus der Pascal-Generation hat, sondern allein an der Performancespitze steht. Für das Allerschnellste sind dann gewöhnlich gewisse Mehrpreise bzw. schlechter werdende Performance/Preis-Verhältnisse einzurechnen. Allerdings erscheint es doch als übertrieben, zwischen GeForce GTX 1080 Ti und einer standardmäßigen GeForce RTX 2080 Ti für ca. 35% Mehrperformance gleich ca. 74% Mehrpreis (zu aktuellen Straßenpreisen) aufzurufen. Hier ist das Maß dessen, was man als schlechter werdendes Performance/Preis-Verhältnis noch bringen kann, eben doch schon überschritten. Bei den FE-Karten sieht dies dann jeweils nochmals schlechter aus: Den jeweils ca. 3½ Prozent Performancedifferenz zu Karten mit Referenztaktung steht ein um gleich +14% bzw. +20% höherer Listenpreis gegenüber – was die Founders-Edition-Karten aus Performance/Preis-Sicht nominell vollkommen unattraktiv macht. Dieser erhebliche Nachteil der FE-Karten kommt nur durch die aktuell hohen Straßenpreise der Herstellerkarten derzeit noch nicht so heraus.
Die Herstellerkarten haben dagegen natürlich noch die Chance, dieses Bild mit der Zeit abzuändern. Im Idealfall sollten sich irgendwann Karten mit Referenztaktung zum Listenpreis einfinden und Werksübertaktungen (auf dem Taktraten-Niveau der Founders Edition) preislich leicht darüber einsortieren. In diesem Idealfall wäre das Performance/Preis-Verhältnis der GeForce RTX 2080 dann absolut im Lot, jenes der GeForce RTX 2080 Ti zwar weiterhin leicht schlechter, aber wegen der Stellung der Karte als Performanceführer ertragbar. In einer solchen Preissituation könnten die Turing-Grafikkarten dann also wirklich mit deren Neuheitswert sowie den neuen Features RayTracing und DLSS locken. Es ist nur noch nicht absehbar, wann diese preisliche Situation erreicht sein wird. Das es nach dem Verkaufsstart der GeForce RTX 2080 nicht umgehend einen Preisruck nach unten (in Richtung der Listenpreise) gegeben hat, läßt die Befürchtung offen, das die notwendige Preiskorrektur bei den Turing-Grafikkarten keine Sache von wenigen Wochen sein wird, sondern sich vielmehr vielleicht sogar über einige Monate hinziehen wird.
Und somit geht die Betrachtung dieses Grafikkarten-Launchs mit einigem Beigeschmack zu Ende. nVidia hat sicherlich (wieder einmal) tolle Technik zu bieten, RayTracing sind große Zukunftsaussichten (in einer allerdings erst einige Jahre entfernten Zukunft) einzuräumen. Aber für den Augenblick ist Turing ein für nVidia-Verhältnisse erstaunlich zahmer Sprung geworden, trotz der größten jemals für Gaming-Bedürfnisse aufgelegten Grafikchips. Dies wird begleitet von durchgehend steigenden Listenpreisen, es gibt also erstmals bei einer neuen Grafikkarten-Generation nicht mehr Performance fürs gleiche Geld. Die aktuellen (hohen) Straßenpreise setzen dem dann die Krone auf, derzeit lohnen die Turing-Beschleuniger im allgemeinen nicht. Jenes Preisbild kann (und sollte) sich natürlich noch auf wenigstens einen groben Gleichstand im Performance/Preis-Verhältnis ändern können. Doch da noch überhaupt nicht absehbar ist, wann dies passieren wird, geht der Daumen für den Augenblick eher nach unten.
nVidia hat damit zum ersten Mal seit langer Zeit einen Grafikkarten-Launch ziemlich deutlich danebengesetzt. Wer jetzt nicht gerade wirklich auf die Spitzen-Performance der GeForce RTX 2080 Ti angewiesen ist oder aber unbedingt RayTracing in Aktion erleben will, kommt mit den bisherigen Grafikkarten-Angeboten einfach besser zurecht. Im Performance-Bereich der GeForce RTX 2080 ist die GeForce GTX 1080 Ti die logische und sogar bessere Alternative: Für eine minimal geringere Performance wird ein deutlich besserer Preispunkt sowie mit 11 zu 8 GB die größere Speicherbestückung geboten, was insbesondere für dieserart Karten durchaus ein Argument darstellen sollte. Darunter gibt es mit Radeon RX Vega 64 sowie GeForce GTX 1080 gute Angebote für typischerweise die WQHD-Auflösung, welche den Performance/Preis-Vergleich zur GeForce GTX 1080 Ti nicht scheuen müssen. Jenen beiden HighEnd-Karten wird nVidia dann am 17. Oktober mit der "GeForce RTX 2070" eine Turing-basierte Alternative gegenüberstellen. Bei Performance sollte diese dritte Turing-Grafikkarte wohl keine Probleme haben – aber wenn es beim Preispunkt ähnlich danebengeht wie bei GeForce RTX 2080 & 2080 Ti, sind auch die (anfänglichen) Aussichten der kommenden GeForce RTX 2070 eher mau.
Verweise:
[1] http://www.3dcenter.org/users/leonidas
[2] http://www.3dcenter.org/news/nvidia-turing
[3] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/nVidia-GeForce-RTX-2080-Founders-Edition.png
[4] http://www.3dcenter.org/abbildung/nvidia-geforce-rtx-2080-founders-edition
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[6] http://www.3dcenter.org/abbildung/nvidia-geforce-rtx-2080-ti-founders-edition
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[10] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-nvidia-geforce-gtx-1080
[11] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-nvidia-geforce-gtx-1080-ti
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