Nach der Vorstellung der Raven-Ridge-APUs [1] hat AMD auf der CES 2018 auch seine weiteren Prozessoren-Pläne für das Jahr 2018 bekanntgegeben. Fixpunkte hierbei sind der kommende Launch von "Ryzen 2" im April 2018 sowie von "Ryzen Threadripper 2" im Sommer 2018. Beide Prozessoren-Serien basieren natürlich auf dem unter dem Codenamen "Pinnacle Ridge [2]" entwickeltem neuen "Zen+" Die, mittels welchem AMD geringfügige Architektur-Verbesserungen mit der erstmaligen Verwendung der 12nm-Fertigung von GlobalFoundries verbindet. Am grundsätzlichen Aufbau des Dies mit acht CPU-Kernen in zwei Vierkern-Modulen wird sich jedoch nichts ändern, hieran wird AMD erst mittels im Jahr 2019 nachfolgenden CPU-Generationen auf Basis von "Zen 2" in der 7nm-Fertigung arbeiten.
Prinzipiell war der Ryzen-2-Launch in diesem Frühjahr bereits bekannt, allenfalls der konkete Termin fehlte noch – welcher nun leicht später kommt als bislang erwartet worden war. Interessanter ist, das AMD nun tatsächlich auch Threadripper 2 in diesem Sommer bringt – zu diesen Enthusiasten-CPUs gab es bislang noch gar keine Meldungen, jene existierten bislang rein in Form einer Annahme [5]. Andererseits hat AMD gut beim originalen Threadripper verkauft und sich vor allem mit diesen Enthusiasten-Prozessoren einiges Wohlgefallen in der Hardware-Gemeinde gesichert – da ist ein Nachfolger nur logisch, gerade wenn das dafür benötigte Prozessoren-Die sowieso schon zur Verfügung steht. Ein kleiner Nachteil von Threadripper 2 ist sicherlich, das voraussichtlich schon ein halbes Jahr später mittels "Zen 2" bzw. "Ryzen 3" eine wirkliche neue AMD-Generation ansteht, welche aller Wahrscheinlichkeit nach mehr CPU-Kerne ins normale Consumer-Segment bringt. Aber darüber kann man am Launchtag von Threadripper 2 sicherlich besser philosophieren, dann gibt es vielleicht schon eine höhere Klarheit bezüglich der Möglichkeiten von "Ryzen 3".
Beiden Prozessoren gemeinsam ist wie gesagt der Pinnacle-Ridge-basierte Unterbau in Form eines Achtkern-Dies mit "Zen+" Architektur. Laut AMD hat man bei "Zen+" als einziger Änderung auf Hardware-Ebene an Caches und Speichercontroller bezüglich deren Taktfrequenz und Latenz gearbeitet. Ob dies zu höheren unterstützten Speichertaktraten führen wird, muß man sehen, aber einen klagloseren Speichersupport gegenüber Ryzen 1 darf man wohl erwarten. Der Rest der "neuen" Funktionen ist dann eher der Software-Seite zuzuordnen – so sollen Turbo-Funktionalität und XFR noch intelligenter bzw. besser funktionieren und damit letztlich höhere bzw. stabilere Turbo-Taktraten ermöglichen. Erfahrungsgemäß bringt so etwas allerdings kaum einen wirklich meßbaren Performanceanstieg, dafür haben diese Funktionen auch einen zu kleinen Effekt auf die Insgesamt-Performance.
Den größten Beitrag zu mehr Performance kann sich AMD von der 12nm-Fertigung versprechen, selbst wenn es sich hierbei im eigentlichen nur um eine optimierte 14nm-Fertigung unter neuem Namen handelt. Rein auf Ebene einzelner Transistoren können bis +10% mehr Taktrate oder ein äquivalent geringerer Stromverbrauch erreicht werden – wie dies bei einer kompletten CPU aussieht, bleibt noch abzuwarten. Da AMD nicht zwingend niedrigere Leistungsaufnahmen bei seinen Ryzen-Prozessoren benötigt (im krassen Gegensatz zur vorhergehenden Bulldozer-Generation), sollte man sich normalerweise für höhere Taktraten bei Ryzen 2 unter der 12nm-Fertigung entscheiden – was auch notwendig ist angesichts ansonsten keinerlei beachbarer Veränderungen. Ausgehend vom aktuellen Taktraten-Stand bei AMD kann man dabei 4.5 GHz (höchster Turbo-Takt ohne XFR) als obere Grenze der Erwartungen ansehen – wahrscheinlich dürfte es aber eher etwas weniger werden, 4.2 bis 4.3 GHz sind auch schon ganz ehrbare Verbesserungen.
![]() AMD Ryzen 2000 Serie [9] |
![]() AMD Ryzen-Portfolio 2018 [11] |
Wie üblich bei AMD wird dies dann alles auf demselben CPU-Sockel (AM4 für Ryzen sowie TR4 für Threadripper) sowie denselben Mainboards passieren. Für Ryzen 2 hat AMD zwar schon den neuen X470-Chipsatz als Vorbote einer 400er Chipsatz-Serie angekündigt, jener stellt aber nur eine leichte Optimierung des X370-Chipsatzes dar und ist für Ryzen 2 nicht zwingend. Ryzen 2 wird also auch auf allen bisherigen AM4-Mainboards laufen, Bedingung hierfür ist nur ein (vorheriges) BIOS-Update. Die im Einzelhandel angebotenen Mainboards der 300er Chipsatz-Serie werden von ihren Herstellern entsprechend aktualisiert, ein "AMD Ryzen Desktop 2000 ready" Sticker wird somit auf das dann im Auslieferungszustand bereits vollzogene BIOS-Update hinweisen. Bei den nachfolgenden Threadripper-2-Prozessoren und deren Sockel TR4 dürfte dies dann ganz ähnlich laufen.
Verweise:
[1] http://www.3dcenter.org/news/amd-stellt-weitere-mobile-modelle-von-raven-ridge-vor-desktop-modelle-folgen-am-12-februar-2018
[2] http://www.3dcenter.org/news/amd-bringt-den-summit-ridge-nachfolger-pinnacle-ridge-wohl-schon-ein-jahr-nach-den-ersten-ryzen
[3] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/AMD-Ryzen-2-Ankuendigung.jpg
[4] http://www.3dcenter.org/abbildung/amd-ryzen-2-ankuendigung
[5] http://www.3dcenter.org/artikel/das-hardware-jahr-2018-der-vorschau
[6] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/AMD-Prozessoren-Roadmap-2017-2018.jpg
[7] http://www.3dcenter.org/abbildung/amd-prozessoren-roadmap-2017-2018
[8] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/AMD-Ryzen-2000-Serie.jpg
[9] http://www.3dcenter.org/abbildung/amd-ryzen-2000-serie
[10] http://www.3dcenter.org/dateien/abbildungen/AMD-Ryzen-Portfolio-2018.jpg
[11] http://www.3dcenter.org/abbildung/amd-ryzen-portfolio-2018