Mit dem Ryzen 7 9800X3D tritt Anfang November das erste X3D-Modell der Zen-5-Generation [2] in den Markt – vergleichsweise früh nach dem Erscheinen der ersten "normalen" Ryzen 9000 Prozessoren in diesem August [3]. Der Prozessor war zum einen als schneller Konter gegenüber Intels neuer Prozessoren-Generation "Arrow Lake [4]" von diesem Oktober gedacht, zum anderen kann man hiermit auch ganz gut den eher mau ausgefallenen Launch der ersten Ryzen 9000 Prozessoren übertünchen. Dies scheint auch nach fast einhelliger Meinung der Hardwaretester recht gut gelungen zu sein. Mittels dieser Launch-Analyse sollen wieder die aufgelaufenen Benchmark- und Stromverbrauchs-Werte zum Ryzen 7 9800X3D sowie zu den Vergleichs-Prozessoren zusammengesammelt und ausgewertet werden, auf dass sich ein belastbares insgesamtes Performance-Bild zu diesem neuen X3D-Prozessor von AMD ergibt.
Die X3D-Modelle von AMD haben bislang eine ziemlich erfolgreiche Geschichte hingelegt, beginnend mit dem Überraschungs-Coup Ryzen 5 5800X3D [5] von Zen 3 über die ersten 12/16-Kern-Modelle Ryzen 9 7900X3D & 7950X3D [6] sowie den regulären Achtkerner Ryzen 7 7800X3D [7] von Zen 4 bis hin zu den nachfolgenden Portfolio-Ergänzungen Ryzen 5 5600X3D, Ryzen 7 5700X3D und Ryzen 5 7600X3D. Allen bisherigen X3D-Modellen gemeinsam ist, dass jene als reine Spiele-Beschleuniger konzipiert sind, da der zusätzliche 3D V-Cache üblicherweise die Taktfähigkeit etwas einschränkt. Gleichfalls fehlt aus diesem Grund bei den bisherigen X3D-Modellen auch der Übertaktungs-Support in Form eines freien Multiplikators. Bei den X3D-Modellen von Zen 5 macht AMD jedoch einiges anders und kann somit einen noch stärkeren X3D-Prozessor präsentieren. Denn bei jenem wandert der 3D V-Cache von der (bisher) Oberseite des CCDs auf die Unterseite, was Wärmeleitung und Taktbarkeit begünstigt – und AMD erstmals bei den X3D-Modellen auch dazu veranlaßt hat, dem Ryzen 7 9800X3D einen freien Multiplikator mitzugeben.
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Gegenüber dem regulären Achtkerner von Zen 5 tritt der Ryzen 7 9800X3D zudem mit klar höherer TDP & PPT an, was sich dann auch positiv auf die Taktraten auswirkt: Haben alle anderen Ryzen 9000 Modelle eher mit einem Taktraten-Rückschritt gegenüber Ryzen 7000 zu kämpfen, legt der Ryzen 7 9800X3D gegenüber seinem Zen4-Vorgänger "Ryzen 7 7800X3D" sowohl bei Base- als auch Boost-Takt gutklassig zu. Es reicht allerdings nicht ganz aus, um den Boost-Takt des Ryzen 7 9700X zu erreichen, das "Normal"-Modell ist in dieser Frage immer noch um +300 MHz schneller als der Ryzen 7 9800X3D. Zusammen mit der klar höheren TDP sowie des viel stärkeren Base-Takts (4.7 anstatt 3.8 GHz) hat der Ryzen 7 9800X3D jedoch beste Aussichten, den Ryzen 7 9700X selbst bei der Anwendungs-Performance zu erreichen oder zu schlagen. Hier kommt natürlich auch noch der Punkt hinzu, dass inzwischen einige Anwendungen Gebrauch vom 3D V-Cache machen und ein X3D-Modell mit ansonsten gleichen Spezifikationen somit per se im (leichten) Vorteil ist.
Takt | TDP | PPT | Listenpreis | |
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7950X → 9950X | –200 MHz Base, ±0 Boost | gleich (170W) | 230W → 200W | $699 → $649 |
7900X → 9900X | –300 MHz Base, ±0 Boost | 170W → 120W | 230W → 162W | $549 → $499 |
7800X3D → 9800X3D | +500 MHz Base, +200 MHz Boost | gleich (120W) | gleich (162W) | $449 → $479 |
7700X → 9700X | –700 MHz Base, +100 MHz Boost | 105W → 65W | 142W → 88W | $399 → $359 |
7600X → 9600X | –800 MHz Base, +100 MHz Boost | 105W → 65W | 142W → 88W | $299 → $279 |
für alle Modelle: | offizieller Speichersupport von DDR5/5200 → DDR5/5600 |
Preislich hat AMD den Ryzen 7 9800X3D mit 479 Dollar MSRP bzw. 529 Euro UVP recht hoch angesetzt, bei den anderen Ryzen 9000 Modellen gab es hingegen durchgehend niedrigere Listenpreise gegenüber ihren Zen4-Vorgängern. 529 Euro sind dann schließlich ein stolzer Preis für einen Achtkerner, welcher per Definition nicht die Speerspitze des Angebotsportfolios darstellen kann. Zu Straßenpreisen sind dies aktuell immerhin +59% mehr als beim regulärem Achtkerner Ryzen 7 9700X. AMD nutzt hier sicherlich den erstklassigen Ruf aus, welchen sich die X3D-Prozessoren bislang aufgebaut haben. Ob die Preise zum Ryzen 7 9800X3D später noch heruntergehen, bleibt zudem streng abzuwarten, denn AMD hat mittels der stetigen Preiserhöhungen zum Ryzen 7 7800X3D (im Sommer 2024 mit einem Bestpreis von 299 Euro, nunmehr bei satten 467 Euro) bewiesen, dass es die Einzelhandelspreise seiner Prozessoren sehr wohl kontrollieren kann.
Zen 5 | Kerne | L2+L3 | 3DVC | Takt | iGPU | OC | TDP/PPT | Listenpreis | Retail | Release |
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Ryzen 9 9950X3D | 16C/32T | 16+64 MB | 64 MB | ? | ✓ | ? | ? | ? | ? | Anfang 2025 |
Ryzen 9 9950X | 16C/32T | 16+64 MB | – | 4.3/5.7 GHz | ✓ | ✓ | 170/200W | $649 / 709€ | ab 652€ | 15. Aug. 2024 [3] |
Ryzen 9 9900X3D | 12C/24T | 12+64 MB | 64 MB | ? | ✓ | ? | ? | ? | ? | Anfang 2025 |
Ryzen 9 9900X | 12C/24T | 12+64 MB | – | 4.4/5.6 GHz | ✓ | ✓ | 120/162W | $499 / 539€ | ab 450€ | 15. Aug. 2024 [3] |
Ryzen 7 9800X3D | 8C/16T | 8+32 MB | 64 MB | 4.7/5.2 GHz | ✓ | ✓ | 120/162W | $479 / 529€ | ab 529€ | 7. Nov. 2024 |
Ryzen 7 9700X | 8C/16T | 8+32 MB | – | 3.8/5.5 GHz | ✓ | ✓ | 65/88W | $359 / 399€ | ab 333€ | 8. Aug. 2024 [3] |
Ryzen 5 9600X3D | 6C/12T | 6+32 MB | 64 MB | ? | ✓ | ? | ? | ? | ? | irgendwann 2025 |
Ryzen 5 9600X | 6C/12T | 6+32 MB | – | 3.9/5.4 GHz | ✓ | ✓ | 65/88W | $279 / 309€ | ab 247€ | 8. Aug. 2024 [3] |
Anmerkung: Alle Ryzen 9000-Prozessoren benutzen den Sockel AM5 und laufen somit nur auf Mainboards aus AMDs 600er & 800er Chipsatz-Serien. |
Für den Augenblick sieht es beim Ryzen 7 9800X3D sowieso nach eher steigenden Preisen aus, da die Erstliefermenge am Marktstart-Tag [8] ausverkauft wurde und die allermeisten Händler inzwischen keine Vorbestellungen mehr annehmen. Ein aktueller Straßenpreis zum Ryzen 7 9800X3D ist somit schwer bestimmbar, da es derzeit eigentlich kein Angebot gibt. Die letzten noch verfügbaren Listungen ergaben ein Preisniveau bei 529-549 Euro, sprich einzelne Händler waren schon mit höheren Preisen unterwegs, andere haben die UVP allerdings (trotz großem Kundenansturm) gehalten. Derzeit läßt sich einfach nur schätzen, wie es preislich weitergeht, nachdem dann wieder Nachlieferungen eintreffen, welche größer als die schon angehäuften Vorstellungen sind. Aber vermutlich kontrolliert AMD auch diesen Part und dürfte zusehen, dass die Einzelhändler nicht selber zu Scalpern werden – am besten natürlich mittels überzeugend großer Nachlieferungen.
AMD Zen 4/5 | Straße | Intel Raptor/Arrow Lake | ||
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16C/32T, 4.3/5.7 GHz, 200W | Ryzen 9 9950X | ab 652€ | ||
ab 650€ | Core Ultra 9 285K | 8P+16E/24T, 3.7/5.7 GHz, 250W | ||
8C/16T, 4.7/5.2 GHz, 162W | Ryzen 7 9800X3D | ab 529€ | ||
8C/16T, 4.2/5.0 GHz, 162W | Ryzen 7 7800X3D | ab 467€ | ||
ab 464€ | Core i9-14900K | 8P+16E/32T, 3.2/6.0 GHz, 253W | ||
12C/24T, 4.4/5.6 GHz, 162W | Ryzen 9 9900X | ab 450€ | ||
ab 439€ | Core i9-14900KF | 8P+16E/32T, 3.2/6.0 GHz, 253W | ||
ab 439€ | Core Ultra 7 265K | 8P+12E/20T, 3.9/5.5 GHz, 250W | ||
ab 425€ | Core Ultra 7 265KF | 8P+12E/20T, 3.9/5.5 GHz, 250W | ||
ab 369€ | Core i7-14700K | 8P+12E/28T, 3.4/5.6 GHz, 253W | ||
ab 354€ | Core i7-14700KF | 8P+12E/28T, 3.4/5.6 GHz, 253W | ||
ab 335€ | Core Ultra 5 245K | 6P+8E/14T, 4.2/5.2 GHz, 159W | ||
8C/16T, 3.8/5.5 GHz, 88W | Ryzen 7 9700X | ab 333€ | ||
ab 319€ | Core Ultra 5 245KF | 6P+8E/14T, 4.2/5.2 GHz, 159W | ||
6C/12T, 3.9/5.4 GHz, 88W | Ryzen 5 9600X | ab 247€ | ||
ab 246€ | Core i5-14600K | 6P+8E/20T, 3.5/5.3 GHz, 181W | ||
ab 217€ | Core i5-14600KF | 6P+8E/20T, 3.5/5.3 GHz, 181W | ||
lieferbare Bestpreise gemäß Geizhals [9] am 10. November 2024, egal ob boxed oder tray |
Für die Performance/Preis-Betrachtungen dieses Artikels setzen wir den Ryzen 7 9800X3D somit auf einen Straßenpreis von (ab) 529 Euro an. Dies ist verbunden mit dem Risiko, dass der Prozessor kurzfristig diesen Preispunkt nicht halten kann, aber mittel- und langfristig sollte dies wohl klappen. Daneben gab es gegenüber der Launch-Analyse zu Intels Arrow Lake [4] von vor zwei Wochen kaum eine Bewegung der hiermit abgebildeten Straßenpreise – mit zwei Ausnahmen: Der Ryzen 7 7800X3D ist nochmals teurer geworden (ab 452 → 467 Euro), und zugleich ist der Ryzen 9 9950X aufgrund unterdurchschnittlicher Angebotslage ebenfalls etwas teurer geworden (ab 620 → 652 Euro). Währenddessen hat die faktische Nichtlieferbarkeit des Core Ultra 9 285K noch nicht zu steigenden Einzelhandelspreisen bei diesem Modell geführt, womöglich bedingt durch die augenscheinlich eher magere Nachfrage nach Intels neuen Desktop-Prozessoren.
Bezüglich der Auswahl an ausgewerteten Hardwaretests hält sich dieser Artikel weitgehend an die vorherige Launch-Analyse zu Arrow Lake [4], auch die Hardwaretester selber haben daraus sehr viele Benchmark-Werte recycelt. Gleichfalls konnten aber auch einige der dort noch existierenden Lücken in Form (bislang) fehlender Prozessoren-Modelle geschlossen werden. Leider fielen allerdings auch einige Quellen von Testergebnissen heraus, da dort (noch) keine Launch-Reviews zu Ryzen 7 9800X3D aufgelegt wurden. Hierfür wurden in Ersatz andere Quellen hinzugenommen, so dass trotz leicht abweichender Ergebnis-Quellen sich die gebildeten Index-Werte zu Anwendungs- und Spiele-Performance zwischen der Launch-Analyse zu Arrow Lake und diesem Artikel kaum unterscheiden (bestenfalls ±1 Prozentpunkt Differenz, zumeist bei unter ±½ Prozentpunkt liegend).
Anw./Sp. | Anwendungs-Benchmarks | Spiele-Benchmarks | Zen5 | RPL | ARL | |
---|---|---|---|---|---|---|
ComputerBase [10] ![]() |
7 / 15 Tests | MT-lastige Standard-Benchmarks | 720p, Ø avg fps + Frametimes | DDR5/5600 | DDR5/5600 | DDR5/5600 |
Eurogamer [11] ![]() |
– / 11 Tests | – | 1080p, lowest 1% fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
Gamers Nexus [12] ![]() |
– / 6 Tests | – | 1080p, 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
Guru3D [13] ![]() |
12 / – Tests | MT-lastige Standard-Benchmarks | – | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
Hardware Canucks [14] ![]() |
– / 15 Tests | – | 720p, Ø avg fps + 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6400 |
Hardware & Co [15] ![]() |
15 / 12 Tests | breiter Mix, Schwerpunkt Rendering & Workstation | 1080p/ 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
Hardwareluxx [16] ![]() |
9 / 7 Tests | MT-lastige Standard-Benchmarks | 720p + DLSS/FSR | DDR5/5600 | DDR5/5600 | DDR5/6400 |
Hot Hardware [17] ![]() |
13 / – Tests | breiter Mix, Schwerpunkt Office | – | DDR5/5600 | DDR5/5600 | DDR5/6400 |
KitGuru [18] ![]() |
– / 5 Tests | – | 1080p, 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6800 | DDR5/8200 |
Linus Tech Tips [19] ![]() |
10 / 7 Tests | kleiner Mix, ein bißchen was von allem | 1080p, 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6800 | DDR5/6400 |
PC Games Hardware [20] ![]() |
6 / 10 Tests | MT-lastige Standard-Benchmarks | ≤720p, Gaming-Index | DDR5/5600 | DDR5/5600 | DDR5/5600 |
Phoronix [21] ![]() |
>300 / – Tests | Workstation/Server-Benchmarks unter Linux | – | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6400 |
Quasarzone [22] ![]() |
– / 20 Tests | – | 1080p, 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
SweClockers [23] ![]() |
– / 7 Tests | – | 720p, avg fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
TechPowerUp [24] ![]() |
47 / 14 Tests | sehr breiter Mix, Schwerpunkt Office & Workstation | 720p, avg fps | DDR5/6000 | DDR5/6000 | DDR5/6000 |
TechSpot [25] ![]() |
7 / 14 Tests | Standard-Benchmarks | 1080p, 1% low fps | DDR5/6000 | DDR5/7200 | DDR5/8200 |
Tom's Hardware [26] ![]() |
39 / 14 Tests | sehr breiter Mix, Schwerpunkt Office & Rendering | 1080p, 99th percentile fps | DDR5/6000 | DDR5/7200 | DDR5/8200 |
Tweakers [27] ![]() |
13 / – Tests | breiter Mix, Schwerpunkt Adobe & Rendering | – | DDR5/5600 | DDR5/5600 | DDR5/6400 |
WCCF Tech [28] ![]() |
9 / – Tests | MT-lastige Standard-Benchmarks | – | DDR5/6400 | DDR5/7200 | DDR5/8000 |
Anmerkung: gezählt wurden nur die tatsächlich verwendeten Tests/Benchmarks, Einzeltests mit krass abweichenden Ergebnissen oder GPU-limitierte Prozessoren-Tests wie CPU-limitierte Grafikkarten-Tests wurden nach Möglichkeit ausgeschlossen, üblicherweise zudem Ausschluß von Singlethread-Tests, Micro-Benchmarks und PCMark-Gesamtwertungen |
Bei der Anwendungs-Performance geht es vornehmlich um den Abstand zum Ryzen 7 7800X3D sowie zum Ryzen 7 9700X. Die anderen Vergleiche sind nicht besonders spannend bzw. ist aus der technischen Ansetzung heraus klar, dass der Ryzen 7 9800X3D kein Anwendungs-Spitzenmodell ist und sich daher mit den Platzhirschen dieser Disziplin nicht anlegen kann. Gegenüber den beiden vorgenannten AMD-Modellen macht der Ryzen 7 9800X3D seine Sache hingegen recht gut: Der "normale" Achtkerner des Zen5-Portfolios in Form des Ryzen 7 9700X wird im Mittel um +9,4% geschlagen, in diesem Fall ist das X3D-Modell unter Anwendungen sogar beachtbar schneller als das "Normal"-Modell. Hier haben natürlich höherer Base-Takt und vor allem die klar höhere TDP des Ryzen 7 9800X3D voll zugeschlagen. Um dies einzuholen, müsste man den Ryzen 7 9700X wohl genauso auf 120W TDP und 162W PPT hochziehen. Auf 105W TDP, was beim Ryzen 7 9700X von der Garantie abgedeckt ist, dürfte jener allerdings auch schon recht nahe an den Ryzen 7 9800X3D herankommen.
Die Performance-Differenz unter Anwendungen zum eigenen X3D-Vorgänger in Form des Ryzen 7 7800X3D beträgt dagegen +22,2% für den Ryzen 7 9800X3D. Dies ist ein stolzes Ergebnis angesichts des Punkts, dass die Ryzen 9000 "Normal"-Modelle zu ihrem Launch einen gemittelten Performance-Gewinn gegenüber Ryzen 7000 von nur +9% unter Anwendungen verbuchen konnten. Hierbei profitiert der Ryzen 7 9800X3D zum einen von der höheren Taktfreudigkeit durch den unten angebrachten Cache-Baustein, zum anderen von seiner nicht zurückgezogenen TDP/PPT. Der große Unterschied von Ryzen 7 9800X3D zu den "Normal"-Modellen von Ryzen 9000 ist halt, dass jener mit den exakten TDP/PPT-Werten seines Zen4-Vorgängers antreten kann, während die "normalen" Ryzen 9000 Modelle generell irgendeinen (beachtbaren) TPD- und/oder PPT-Nachteil gegenüber ihren jeweiligen Ryzen-7000-Vorgängern aufweisen.
Anwendungen | 7800X3D | 9700X | 9900X | 9950X | 14600K | 14700K | 14900K | 245K | 265K | 285K | 9800X3D |
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8C Zen4 | 8C Zen5 | 12C Zen5 | 16C Zen5 | 6P+8E RPL | 8P+12E RPL | 8P+16E RPL | 6P+8E ARL | 8P+12E ARL | 8P+16E ARL | 8C Zen5 | |
ComputerBase [10] | 79,9% | 86,8% | 116,4% | 140,9% | 88,7% | 118,9% | 127,7% | 95,0% | 126,4% | 142,8% | 100% |
Guru3D [13] | 82,5% | 89,4% | 126,5% | 155,2% | 97,0% | 125,3% | 135,7% | 93,7% | 127,1% | 148,7% | 100% |
Hardware & Co [15] | 77,1% | 80,5% | 123,8% | 144,0% | 90,7% | 119,7% | 132,3% | 95,7% | 124,2% | 142,2% | 100% |
Hardwareluxx [16] | 80,8% | 86,6% | 125,3% | 143,3% | 91,0% | 121,5% | 131,5% | 90,4% | 124,5% | 141,9% | 100% |
Hot Hardware [17] | 85,3% | 91,7% | 117,3% | 134,4% | 91,4% | 110,7% | 122,1% | 90,7% | – | 127,4% | 100% |
Linus Tech Tips [19] | 84,2% | 97,4% | 125,8% | 149,3% | 87,5% | 114,2% | 125,2% | 92,2% | 121,8% | 134,9% | 100% |
PC Games Hardware [20] | 82,5% | 94,6% | 124,1% | 144,9% | – | 113,0% | 124,8% | 94,2% | 112,9% | 124,6% | 100% |
Phoronix [21] | 74,6% | 89,2% | 112,4% | 126,7% | 75,2% | – | 95,6% | 84,5% | – | 107,9% | 100% |
TechPowerUp [24] | 85,1% | 94,1% | 112,0% | 125,1% | 93,3% | 110,2% | 119,5% | 95,6% | 113,3% | 121,0% | 100% |
TechSpot [25] | 84,4% | 89,3% | 124,0% | 147,2% | 92,6% | 121,5% | 131,1% | 95,0% | 124,8% | 141,4% | 100% |
Tom's Hardware [26] | 80,7% | 98,2% | 120,7% | 139,3% | 94,2% | 116,8% | 127,3% | 99,3% | 124,6% | 138,1% | 100% |
Tweakers [27] | 80,5% | 97,8% | 114,1% | 128,6% | 87,5% | 105,6% | 114,0% | 86,1% | 106,7% | 116,7% | 100% |
WCCF Tech [28] | 86,1% | 96,5% | 128,4% | 145,8% | 100,7% | 121,7% | 136,5% | 107,4% | – | 148,3% | 100% |
gemittelte Anwend.-Perf. | 81,8% | 91,4% | 120,1% | 139,0% | 91,2% | 114,1% | 124,6% | 94,0% | 119,1% | 132,7% | 100% |
Power-Limit | 162W | 88W | 162W | 200W | 181W | 253W | 253W | 159W | 250W | 250W | 162W |
Listenpreis | $449 | $359 | $499 | $649 | $319 | $409 | $589 | $309 | $394 | $589 | $479 |
Straßenpreis (ab) | 467€ | 333€ | 450€ | 652€ | 246€ | 369€ | 464€ | 335€ | 439€ | 650€ | 529€ |
Anwendungen Perf/Preis | 93% | 145% | 141% | 113% | 196% | 164% | 142% | 149% | 144% | 108% | 100% |
Performance-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, etwas gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit höherer Benchmark-Anzahl; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes Angebot (egal ob boxed oder tray); gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~4720 (~2020 ohne Phoronix) |
Auf die jeweiligen Preislagen und die sich daraus ergebenden Performance/Preis-Verhältnisse sollte man allerdings lieber nicht schauen, denn der Ryzen 7 9800X3D kann als vergleichsweise teurer Achtkerner hier niemals gut abschneiden. Deswegen lohnt es sich der Prozessor aus Sicht der Anwendungs-Performance auch nirgendwo wirklich – wer dies als Priorität hat, kommt bei sogar etwas günstigerer Preislage mit Ryzen 9 9900X, Core i9-14900K und Core Ultra 7 265K besser weg. Die gutklassige Anwendungs-Performance ist beim Ryzen 7 9800X3D halt nur ein Bonus oben drauf, kann aber den Prozessor allein niemals rechtfertigen. AMD hat hier einfach einen Nachteil der vorherigen X3D-Modelle ausgebügelt, damit diese Prozessoren nochmals mehr "perfekter" wirken. Der zum Ryzen 7 9800X3D aufgerufene Preispunkt richtet sich allerdings an der Spiele-Performance aus, die Anwendungs-Performance darf man nicht aus dieser Sichtweise heraus betrachten.
Den Tabellen zur Spiele-Performance sei der Einwurf vorangestellt, dass hierbei Benchmarks mit bewußter Orientierung zum CPU-Limit hin ausgewertet wurden – sprich nichts mit FullHD unter durchschnittlichen Frameraten oder gar noch höheren Auflösungen. Gemäß der vorstehenden Dokumentation der von den Hardwaretestern hierfür benutzten Testbedingungen wurden primär Benchmarks unter 720p herangezogen, alternativ auch FullHD mit 1% low fps. Dies entspricht logischerweise nicht im geringsten den derzeit tatsächlich genutzten Spiele-Auflösungen, aber jene sind einfach nicht geeignet, um das Potential der Spiele-Performance dieser Prozessoren aufzuzeigen. Dafür muß man sich dem CPU-Limit annähern, welches nun einmal vornehmlich unter niedrigen Auflösungen herauslugt. Dabei benutzen viele Hardware-Tester inzwischen auch angepasste Bildqualitäts-Optionen, um die Last auf der Grafikkarte zu senken und jene auf dem Prozessor hochzuhalten.
Damit nähert man sich CPU-limitierten Bedingungen weitgehend an, um auch tatsächlich die Performance der Prozessoren selber zu testen. Dies mag auf den ersten Blick Praxis-fremd sein, aber letztlich entsprechen auch viele Testbedingungen bei Grafikkarten-Tests diesem Prinzip: Wie, wenn man man sich bewußt Grafikkarten-fordernde Spielszenen heraussucht, auf das Benchmarken von Zwischensequenzen verzichtet, VSync für Grafikkarten-Benchmarks deaktiviert oder auch im Fall des Falles das Frameraten-Limit eines Spiels ausschaltet. Auch dies ist zumeist konträr zur tatsächlichen Spiel-Praxis, wird aber einfach benötigt, um die Grafikkarten wirklich ausfahren zu können. 720p-Tests sind dann nichts anderes als das Äquivalant dessen im Bereich der Prozessoren-Benchmarks – nicht optimal, aber einfach notwendig, um wenigstens eine gewisse CPU-Limitierung und dann ein paar handfeste Unterschiede der Testmodelle darstellen zu können.
Spiele | 7800X3D | 9700X | 9900X | 9950X | 14600K | 14700K | 14900K | 245K | 265K | 285K | 9800X3D |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
8C Zen4 | 8C Zen5 | 12C Zen5 | 16C Zen5 | 6P+8E RPL | 8P+12E RPL | 8P+16E RPL | 6P+8E ARL | 8P+12E ARL | 8P+16E ARL | 8C Zen5 | |
ComputerBase [10] | 89,3% | 74,8% | 73,2% | 75,3% | 70,0% | 76,8% | 76,0% | 68,5% | 72,1% | 73,7% | 100% |
Eurogamer [11] | 85,6% | 82,1% | 79,0% | 81,5% | 69,5% | 79,2% | 79,6% | 64,3% | – | 72,3% | 100% |
Gamers Nexus [12] | 86,6% | 77,0% | ~73% | 76,1% | 70,4% | 79,7% | 82,6% | 69,4% | 74,3% | 78,5% | 100% |
Hardware Canucks [14] | 90,8% | 88,5% | 85,8% | 86,5% | 67,8% | 74,1% | 78,8% | 71,9% | – | 78,8% | 100% |
Hardware & Co [15] | 91,3% | 80,2% | 80,0% | 82,8% | 75,5% | 82,1% | 83,0% | 69,3% | 73,1% | 76,0% | 100% |
Hardwareluxx [16] | 84,2% | 71,7% | 74,5% | 77,6% | 69,9% | 78,0% | 78,1% | 66,6% | 71,0% | 72,7% | 100% |
KitGuru [18] | 89,5% | 81,6% | 83,1% | 86,8% | 71,5% | 84,1% | 86,9% | 68,9% | 72,2% | 74,6% | 100% |
Linus Tech Tips [19] | 90,8% | 86,4% | – | 83,8% | 74,2% | 78,6% | 81,0% | 71,9% | 74,6% | 73,5% | 100% |
PC Games Hardware [20] | 90,4% | 76,4% | 76,6% | 79,9% | – | 84,7% | 86,2% | 71,1% | 74,9% | 77,4% | 100% |
Quasarzone [22] | 93,7% | 86,2% | – | 88,1% | – | 79,9% | 82,4% | – | 77,4% | 81,1% | 100% |
SweClockers [23] | 85,6% | 74,2% | – | 79,5% | 68,9% | 75,8% | 80,3% | 68,2% | – | 79,5% | 100% |
TechPowerUp [24] | 92,7% | 84,0% | 82,5% | 84,0% | 81,0% | 85,5% | 87,8% | 77,4% | 79,9% | 82,3% | 100% |
TechSpot [25] | 91,3% | 76,5% | – | 77,2% | – | – | 77,9% | – | – | 74,5% | 100% |
Tom's Hardware [26] | 85,1% | 78,4% | 74,3% | 77,7% | – | 74,3% | 75,0% | – | 71,6% | 75,0% | 100% |
gemittelte Spiele-Perf. | 89,7% | 79,4% | 78,3% | 80,9% | 73,7% | 79,9% | 81,5% | 70,4% | 74,0% | 76,7% | 100% |
Power-Limit | 162W | 88W | 162W | 200W | 181W | 253W | 253W | 159W | 250W | 250W | 162W |
Listenpreis | $449 | $359 | $499 | $649 | $319 | $409 | $589 | $309 | $394 | $589 | $479 |
Straßenpreis (ab) | 467€ | 333€ | 450€ | 652€ | 246€ | 369€ | 464€ | 335€ | 439€ | 650€ | 529€ |
Spiele Perf/Preis | 102% | 126% | 92% | 66% | 158% | 115% | 93% | 111% | 89% | 62% | 100% |
Performance-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, etwas gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit höherer Benchmark-Anzahl; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes Angebot (egal ob boxed oder tray); gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~1470 |
Bei der Spiele-Performance der hier ausgewerteten Testberichte läßt der Ryzen 7 9800X3D nichts anbrennen und zeigt sich als neuer Performance-Spitzenreiter in diesem Feld. Der Abstand zum bisher Führenden in Form des Ryzen 7 7800X3D ist allerdings mit gemittelt +11,5% auch nicht besonders hoch, damit nebenbei gesagt auch klar niedriger liegend als bei der Anwendungs-Performance (+22,2% zwischen diesen beiden Prozessoren). Aus genereller Sicht von Zen 5 [2] ist das Ergebnis natürlich dennoch gut, denn zum Zen5-Launch kamen die vier "normalen" Ryzen 9000 Modelle noch auf einen (mageren) durchschnittlichen Generations-Gewinn von +4% unter Spielen gegenüber Ryzen 7000. Dies wird (mittels diverser Patches & Microcode-Updates) inzwischen natürlich beachtbar besser ausfallen, was noch Thema einer (nachfolgenden) Neubetrachtung der Ryzen 9000 Performance sein wird.
Als Ersatz für Ryzen 7 7800X3D taugt der Ryzen 7 9800X3D somit allerdings weniger, denn auch der Preispunkt spricht hier dagegen, das ältere Modell hält sogar einen kleinen Vorteil beim Performance/Preis-Verhältnis. Die anderen Prozessoren im Testfeld werden allerdings klar in die Schranken verwiesen, im Mittel erreicht der Ryzen 7 9800X3D bei der Spiele-Performancen eine Mehrperformance von +25,9% gegenüber Ryzen 7 9700X, +23,5% gegenüber Ryzen 9 9950X, +22,8% gegenüber Core i9-14900K und +30,4% gegenüber Core Ultra 9 285K. Wenn man mal den eigenen Vorgänger als außer Konkurrenz ansieht, dann dominiert der Ryzen 7 9800X3D alle antretenden Kontrahenten in seiner Spezial-Disziplin sowohl deutlich als auch mit gehörigem Abstand gegenüber allen. Nominell sind +23-30% Mehrperformance eigentlich nicht so viel, aber bei der Spiele-Performance von PC-Prozessoren ist dies mehr als eine ganze Dimension, da werden wohl sogar zwei CPU-Generationen notwendig sein, um dies einzuholen.
Extra betrachtet werden sollen nachfolgend noch die Performance-Verbesserungen innerhalb von AMDs Achtkern-X3D-Modellen über die verschiedenen Zen-Generationen hinweg – somit von Ryzen 7 5800X3D zum Ryzen 7 9800X3D. Das Zen3-basierte X3D-Modelle wurde oftmals noch mitgetestet (obwohl inzwischen vom Markt genommen), zudem gab es auch einige Benchmarks zum ersatzweise inzwischen angebotenen Ryzen 7 5700X3D. Hiermit ergeben sich Generationsgewinne von +18,7% zwischen Ryzen 7 5800X3D und Ryzen 7 7800X3D sowie von +11,5% zwischen Ryzen 7 7800X3D und Ryzen 7 9800X3D. Kumuliert sind es zwischen Ryzen 7 5800X3D und Ryzen 9 7800X3D dann +32,3% – womit der allererste X3D-Prozessor immer noch ganz gut dabei ist, sogar bis auf –1,4% an das Ergebnis des Core Ultra 9 285K herankommt (und somit leicht schneller als Core i5-14600K, Core Ultra 5 245K und Core Ultra 7 265K ist). Auch für Besitzer des Ryzen 7 5800X3D ergibt sich wohl kein dringender Aufrüst-Anlaß bzw. wäre jener nur gegeben, wenn bei einem Spiele-Titel die Performance bereits in der Praxis zwickt.
Spiele | 5700X3D | 5800X3D | 7800X3D | 9800X3D |
---|---|---|---|---|
8C Zen3 | 8C Zen3 | 8C Zen4 | 8C Zen5 | |
ComputerBase [10] | - | 100% | 127,6% | 142,9% |
Eurogamer [11] | 94,6% | 100% | 115,7% | 135,1% |
Gamers Nexus [12] | 91,2% | 100% | 110,3% | 127,3% |
Hardware Canucks [14] | 91,8% | 100% | 119,9% | 132,1% |
Hardwareluxx [16] | - | 100% | 118,6% | 140,9% |
Linus Tech Tips [19] | - | 100% | 111,9% | 123,2% |
PC Games Hardware [20] | 91,8% | 100% | 121,3% | 134,2% |
Quasarzone [22] | - | 100% | 113,1% | 120,7% |
SweClockers [23] | - | 100% | 110,8% | 129,4% |
TechPowerUp [24] | - | 100% | 119,6% | 129,0% |
TechSpot [25] | - | 100% | 124,8% | 136,7% |
Tom's Hardware [26] | 90,2% | - | 114,8% | 134,8% |
gemittelte Spiele-Performance | ~92% | 100% | 118,7% | 132,3% |
Performance-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, etwas gewichtet zugunsten jener Hardwaretests mit höherer Benchmark-Anzahl; gesamte ausgewertete Benchmark-Anzahl: ~320 |
Der Stromverbrauch ist normalerweise eine Parade-Disziplin der X3D-Modelle, der Ryzen 7 9800X3D bestätigt dies zwar erneut, kann hier aber dennoch nicht gänzlich gefallen. Denn das neue X3D-Modell ist einigermaßen weit weg von den diesbezüglichen Traumwerten eines Ryzen 7 7800X3D, verbraucht für seine Mehrperformance doch recht kräftig bzw. sogar überproportional. Somit liegt der Ryzen 7 7800X3D weiterhin bei der Energieeffizienz klar an der Spitze – ein weiterer Grund für dessen Besitzer, keinen Umstieg anstreben zu müssen. Dabei ist der Ryzen 7 9800X3D natürlich weiterhin kein Schluckspecht, sondern immer noch ganz gut dabei: Unter Anwendungen nur geschlagen von Prozessoren mit klar niedrigerer TDP, unter Spielen weiterhin vor allen anderen liegend, mit Ausnahme des kleinsten K-Modells von Arrow Lake (Core Ultra 5 245K) sowie natürlich des Ryzen 7 7800X3D.
Verbrauch | 7800X3D | 9700X | 9900X | 9950X | 14600K | 14700K | 14900K | 245K | 265K | 285K | 9800X3D |
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
8C Zen4 | 8C Zen5 | 12C Zen5 | 16C Zen5 | 6P+8E RPL | 8P+12E RPL | 8P+16E RPL | 6P+8E ARL | 8P+12E ARL | 8P+16E ARL | 8C Zen5 | |
CB24 @ Tweakers [32] | 104W | 117W | 198W | 244W | 191W | 252W | 274W | 157W | 238W | 263W | 163W |
Blender @ TPU [33] | 74W | 80W | 173W | 220W | 145W | 222W | 281W | 134W | 155W | 235W | 155W |
Premiere @ Tweakers [32] | 85W | 117W | 189W | 205W | 152W | 223W | 228W | 121W | 156W | 149W | 139W |
Handbrake @ Tom's [34] | 74W | 127W | 156W | 192W | 179W | 224W | 227W | 105W | 151W | 177W | 116W |
AutoCAD @ Igor's [35] | 63W | 77W | - | 77W | 75W | 128W | 141W | 50W | 64W | 59W | 66W |
Ø 6 Anwend. @ PCGH [36] | 74W | 83W | 149W | 180W | 151W | 180W | 174W | 107W | 138W | 152W | 105W |
Ø 47 Anwend. @ TPU [33] | 48W | 61W | 113W | 135W | 90W | 140W | 180W | 78W | 108W | 132W | 88W |
Ø 15 Spiele @ CB [37] | 61W | 87W | 109W | 112W | 119W | 163W | 167W | 62W | 77W | 83W | 83W |
Ø 15 Spiele @ HWCan [14] | 54W | 82W | 97W | 103W | 107W | 154W | 147W | 68W | - | 86W | 61W |
Ø 13 Spiele @ TPU [33] | 46W | 71W | 100W | 104W | 76W | 116W | 149W | 61W | 77W | 94W | 65W |
Ø 13 Spiele @ Tom's [38] | 66W | 96W | 108W | 111W | 98W | 126W | 122W | 59W | 67W | 78W | 77W |
Ø 10 Spiele @ PCGH [36] | 49W | 82W | 102W | 118W | 107W | 124W | 127W | 67W | 76W | 83W | 69W |
Ø 8 Spiele @ Igor's [39] | 61W | 95W | - | 118W | 106W | 143W | 137W | 88W | 102W | 100W | 77W |
gemittelter Anw.-Verbr. | 65W | 81W | 135W | 160W | 121W | 174W | 198W | 95W | 127W | 147W | 107W |
Anwend.-Energieeffizienz | 134% | 120% | 95% | 93% | 80% | 70% | 67% | 106% | 100% | 96% | 100% |
gemittelter Spiele-Verbr. | 56W | 86W | 105W | 111W | 101W | 135W | 140W | 67W | 79W | 88W | 73W |
Spiele-Energieeffizienz | 116% | 68% | 54% | 53% | 53% | 43% | 42% | 76% | 68% | 64% | 100% |
Power-Limit | 162W | 88W | 162W | 200W | 181W | 253W | 253W | 159W | 250W | 250W | 162W |
Listenpreis | $449 | $359 | $499 | $649 | $319 | $409 | $589 | $309 | $394 | $589 | $479 |
Straßenpreis (ab) | 467€ | 333€ | 450€ | 652€ | 246€ | 369€ | 464€ | 335€ | 439€ | 650€ | 529€ |
reiner CPU-Verbrauch; Verbrauchs-Durchschnitt gemäß geometrischem Mittel, stark gewichtet zugunsten Verbrauchswerten basierend auf kompletten Testfeldern; Listenpreise: AMD = boxed, Intel = tray; Straßenpreise: günstigstes Angebot (egal ob boxed oder tray); Hinweis: Werte von Igor's Lab |
In der Summe der Dinge weiss der Ryzen 7 9800X3D sehr wohl zu gefallen, insofern man streng auf dessen konzipierte Stärke bei der Spiele-Performance schaut. Zwar sind +11,5% Mehrperformance zum Vorgänger eigentlich etwas zu wenig für die ganz überbordenden Titulierungen, allerdings gab es in letzter Zeit im Prozessoren-Bereich derart viele Nieten, dass man wohl einfach nur froh ist, wieder einmal einen Gewinner vor der Nase zu haben. Und natürlich hat AMD einen großen Trumpf beim Ryzen 7 9800X3D: Man konkurrierte nach dem diesbezüglichen Totalausfall von "Arrow Lake" eigentlich nur gegenüber sich selber. Somit wird alles, was der Ryzen 7 9800X3D auf den Ryzen 7 7800X3D oben drauf legt, ein zusätzlicher Abstand zur Konkurrenz sowie auch zu den "normalen" Modellen von AMD selber.
Aus dieser Warte heraus betrachtet ist das Erreichte wirklich aller Ehren wert: Der Ryzen 7 7800X3D lag schon vorn, aber dessen Mehrperformance zu den Herausforderern ist oftmals nur knapp. Der Ryzen 9 9800X3D liefert nunmehr diesen Happen an Mehrperformance hinzu, welcher den Abstand zu den Herausforderern auch optisch eindeutig macht: Der Ryzen 7 9800X3D liegt bei der Spiele-Performance klar vor allen anderen, in einer faktisch eigenen Sphäre. Dass ein Prozessor die Konkurrenz derart klar dominierte (wenn auch nur in dieser einen Disziplin) gab es in dieser Eindeutigkeit selten. Das letzte Mal dürfte dies passiert sein, als Intel wirklich große Architektur-Sprünge hingelegt hatte, so bei Nehalem (2008) oder Core 2 (2006). Somit bezieht der Ryzen 7 9800X3D einen Teil seiner guten Wertung sicherlich auch aus der erstaunlichen Klarheit seines Vorsprungs.
Aber auch trotz dieser Klarheit gilt weiterhin, dass der objektive Performance-Gewinn zu klein ist, um von anderen Spitzen-Prozessoren auf den Ryzen 7 9800X3D umzusteigen. Dafür ist die Entwicklung im Feld der Spiele-Performance von PC-Prozessoren generell zu schwach, um ähnlich wie bei Grafikkarten einen Wechsel aller 1-2 Generationen anzustreben. PC-Prozessoren behält man hingegen üblicherweise über 3-5 Generationen hinweg – und ausgehend von einem derart alten Prozessor ist ein Ryzen 7 9800X3D im Spiele-Einsatz sicherlich eine Performance-Offenbarung. Schade ist in diesem Zusammenhang ein wenig, dass die Hardwaretester diesen Punkt nicht über die Hereinnahme einzelner Uralt-Prozessoren mal wirklich belegen können. Eine löbliche Ausnahme hierzu sind die Benchmarks der PCGH, welche bis Comet Lake aka Core i-10000 reichlich Vergleichmaterial bieten:
Spiele | i5-xx600K | i7-xx700K | i9-xx900K |
---|---|---|---|
Comet Lake (Core i-10000) → Ryzen 7 9800X3D | +122% | +94% | +88% |
Rocket Lake (Core i-11000) → Ryzen 7 9800X3D | ? | ? | +72% |
Alder Lake (Core i-12000) → Ryzen 7 9800X3D | +60% | +48% | +42% |
Raptor Lake (Core i-13000) → Ryzen 7 9800X3D | +24% | +19% | +18% |
Raptor Lake Refresh (Core i-14000) → Ryzen 7 9800X3D | ? | +18% | +16% |
Performance-Werte allein der PC Games Hardware [20] |
Hier liegt das eigentliche Betätigungsfeld des Ryzen 7 9800X3D – im Ersatz älterer Gaming-Systeme. Dafür bietet AMDs neues X3D-Modell dann eine herausragende Spiele-Performance, welche derzeit vielleicht kaum schon in voller Höhe gebraucht wird. Aber wie gesagt, diese Prozessoren müssen üblicherweise für 3-5 Generationen durchhalten und auch in einigen Jahren noch genügend Grundperformance für die dann existierenden Grafikkarten bietet. Der einzige wirkliche Kontrahent zum Ryzen 7 9800X3D ist derzeit dessen Vorgänger Ryzen 7 7800X3D, welcher nur maßvoll langsamer ist, somit immer noch einen beachtbaren zweiten Platz in der Rangliste der Spiele-Performance belegt und – trotz Preissteigerungen zuletzt – immer noch ein gutes Stück günstiger kommt als der neue Ryzen 7 9800X3D.
Der Preis ist somit der einzige Nachteil des Ryzen 7 9800X3D, AMD läßt sich die Leistungsspitze trotz nur acht CPU-Kernen ziemlich gut bezahlen. Auch wenn es Zeiten gab, wo (echte) Spitzenmodelle von Intel für noch viel mehr weggingen, ist hier durchaus ein gewisses Limit zu sehen, an welches AMD mit dieser Preissetzung anstößt. Ein Ryzen 7 5700X3D kostet praktisch weniger als ein Drittel und kommt auf knapp 70% des Spiele-Leistungsniveau des Ryzen 7 9800X3D heraus, zuzüglich der günstigeren AM4-Plattform. Im Sinne dessen, dass das Allerbeste am Markt immer einen kräftigen Preisaufschlag hat, geht der Preis in Ordnung, aus Sicht des reinen Performance/Preis-Verhältnisses ist der Ryzen 7 9800X3D hingegen nicht die allererste Wahl.
Aber es handelt sich eben auch um ein Produkt zur Erklimmung der absoluten Leistungsspitze, im eigentlichen ein "Halo"-Produkt. Somit ist ein hoher Preis bzw. ein ungünstiges Performance/Preis-Verhältnis vergleichsweise normal, der Prozessor einfach ist nicht für die breite Masse bestimmt. Hiermit werden eher diejenigen bedient, welche immer das Beste haben wollen oder halt aller paar Jahre das jeweils Beste kaufen, um nachfolgend dieses Grundsystem vergleichsweise lange zu nutzen. Ein schlechter Kauf ist der Ryzen 7 9800X3D aus fast keiner Sicht, einfach nur ein wenig teuer, aber eben dafür auch sehr potent bei der Spiele-Performance. Nach zwei wie bekannt ziemlich mauen Prozessoren-Launches ist der Ryzen 7 9800X3D somit eine sehr wohltuende Abwechslung und zugleich eventuell auch ein würdiger Ausklang des Hardware-Jahres 2024.
Verweise:
[1] http://www.3dcenter.org/users/leonidas
[2] http://www.3dcenter.org/news/amd-zen-5
[3] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-9000
[4] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-intel-arrow-lake
[5] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-7-5800x3d
[6] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-9-7900x3d-7950x3d
[7] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-7-7800x3d
[8] http://www.3dcenter.org/news/news-des-7-november-2024
[9] https://geizhals.de/
[10] https://www.computerbase.de/artikel/prozessoren/amd-ryzen-7-9800x3d-test.90151/
[11] https://www.eurogamer.net/digitalfoundry-2024-amd-ryzen-7-9800x3d-review
[12] https://www.youtube.com/watch?v=s-lFgbzU3LY
[13] https://www.guru3d.com/review/review-ryzen-7-9800x3d-processor/
[14] https://www.youtube.com/watch?v=8H0xeRE21_w
[15] https://hardwareand.co/dossiers/cpu/test-du-ryzen-7-9800x3d-le-nouveau-maitre-du-jeu
[16] https://www.hardwareluxx.de/index.php/artikel/hardware/prozessoren/64771-amd-l%C3%A4sst-arrow-lake-ganz-sch%C3%B6n-alt-aussehen-der-ryzen-7-9800x3d-im-test.html
[17] https://hothardware.com/reviews/amd-ryzen-7-9800x3d-processor-review
[18] https://www.kitguru.net/components/leo-waldock/amd-ryzen-7-9800x3d-review/
[19] https://www.youtube.com/watch?v=y-ZfIxa6dhY
[20] https://www.pcgameshardware.de/Ryzen-7-9800X3D-CPU-280948/Tests/Review-Benchmark-Preis-Release-kaufen-vs-7800X3D-1458653/
[21] https://www.phoronix.com/review/amd-ryzen-7-9800x3d-linux
[22] https://quasarzone.com/bbs/qc_bench/views/92090
[23] https://www.sweclockers.com/test/39946-amd-ryzen-7-9800x3d-varldens-snabbaste-spelprocessor
[24] https://www.techpowerup.com/review/amd-ryzen-7-9800x3d/
[25] https://www.techspot.com/review/2915-amd-ryzen-7-9800x3d/
[26] https://www.tomshardware.com/pc-components/cpus/amd-ryzen-7-9800x3d-review-devastating-gaming-performance
[27] https://tweakers.net/reviews/12614/ryzen-7-9800x3d-review-amds-nieuwe-ultieme-gamingprocessor.html
[28] https://wccftech.com/review/amd-ryzen-7-9800x3d-3d-v-cache-cpu-review/
[29] https://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?t=619932
[30] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-7-9800x3d
[31] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-7-9800x3d/launch-analyse-amd-ryzen-7-9800x3d-seite-2
[32] https://tweakers.net/reviews/12614/18/ryzen-7-9800x3d-review-amds-nieuwe-ultieme-gamingprocessor-energiegebruik-en-efficientie.html
[33] https://www.techpowerup.com/review/amd-ryzen-7-9800x3d/23.html
[34] https://www.tomshardware.com/pc-components/cpus/amd-ryzen-7-9800x3d-review-devastating-gaming-performance/4
[35] https://www.igorslab.de/amd-ryzen-7-9800x3d-im-workstation-test-ist-der-boese-oder-will-der-nur-spielen-teil-2-von-2/7/
[36] https://www.pcgameshardware.de/Ryzen-7-9800X3D-CPU-280948/Tests/Review-Benchmark-Preis-Release-kaufen-vs-7800X3D-1458653/3/
[37] https://www.computerbase.de/artikel/prozessoren/amd-ryzen-7-9800x3d-test.90151/seite-4#abschnitt_leistungsaufnahme_in_spielen
[38] https://www.tomshardware.com/pc-components/cpus/amd-ryzen-7-9800x3d-review-devastating-gaming-performance/2
[39] https://www.igorslab.de/amd-ryzen-7-9800x3d-im-gaming-test-gebenchmarkt-uebertaktet-untervoltet-und-fuer-gut-befunden/8/
[40] http://www.3dcenter.org/abbildung/performance-ueberblick-amd-ryzen-7-9800x3d
[41] http://www.3dcenter.org/artikel/launch-analyse-amd-ryzen-7-9800x3d/launch-analyse-amd-ryzen-7-9800x3d-seite-3